Hausdurchsuchungen wegen des Herunterladens von erotischen Werken im Internet?

09.08.20081137 Mal gelesen

In den letzten Wochen erhalte ich sehr viele Briefe und Anfragen von Mandanten und Anrufe von besorgten Abgemahnten, die sich mit der Frage beschäftigen, ob eine Hausdurchsuchung wegen Urheberrechtsverletzungen wahrscheinlich ist.

Wie meine Kollegen auf diesem Portal  ausführlich hinweisen versenden offenbar die bekannten Kanzlein wie U+C, Simon und Partner usw. wieder Abmahnungen wegen pornografischen Werken.

Viele Abgemahnte, die Post bekommen haben, Erotik-Filme im Internet heruntergeladen und damit verbreitet zu haben, vermengen dabei aus Sorge einige Punkte. Die folgenden Zeilen sind nicht abschließend und es kann IMMER Ausnahmen geben, soll aber helfen die Wahrscheinlichkeit realisitisch einzuordnen. bei Erotik-Filmen ist eine Hausdurchsuchung unwahrscheinlich, und kommt nur sehr selten vor. Die Wahrscheinlichkeit ist aber nicht so gering wie bei Musik und Computerspielen. Dies hängt damit zusammen, dass derjenige der Erotik Filme herunterlädt, diese in vielen Fällen auch verbreitet. Damit steht nicht nur eine Urheberrechtsverletzung im Raum sondern auch die Verbreitung pornografischer Schriften.

Dennoch kam es bei über 300 bearbeiteten Akten nur in einem Fall zu einer Hausdurchsuchung. Die Hausdurchsuchung wurde aber durchgeführt BEVOR eine Abmahnung kam. Auch die Staatsanwälte, mit denen ich in den letzten Wochen über Hausdurchsuchungen sprach, teilten mir alle mit: Eine Hausdurchsuchung wird sehr selten bei pornografischen Schriften durchgeführt, vor allem wenn der Beschuldigte bereits von dem Vorwrf weiß, wird sie meist als nutzlos erachtet. 

 Ich empfehle dennoch dringend bei Fragen zu diesem Thema, Anfragen der Staatsanwaltschaft oder ähnlichem anwaltlichen Rat einzuholen.

Ihr

Dr. Alexander Wachs 

Sie finden diesen Beitrag etwas ausführlicher unter http://www.dr-wachs.de/blog/2008/06/27/hausdurchsuchung-wegen-urheberrechtsverletzungen/ dort finden Sie auch einen "Erste-Hilfe-Bereich".