Der Sender SKY mahnt Kneipenwirte wegen Sport1-Übertragungen ab

Der Sender SKY mahnt Kneipenwirte wegen Sport1-Übertragungen ab
22.01.2014290 Mal gelesen
Der Bezahlsender SKY mahnte vor kurzem zahlreiche Kneipenbesitzer durch die Berliner Anwaltskanzlei JBB ab, weil diese angeblich widerrechtlich Zweitligaspiele des Senders Sport 1 öffentlich vorgeführt hatten.

In den Abmahnschreiben an die Kneipen gab der Sender SKY gab an, im Besitz der exklusiven Vorführungsrechte ALLER Live-Spiele der Deutschen Fußball Liga (auch für die 2. Budesliga) zu sein.

Aus diesem Grunde sollten die abgemahnten Wirte Abmahnkosten und Schadensersatz zahlen. Das Magazin Der Spiegel berichtet in der Ausgabe 4/14 über einen Fall, in dem der Betreiber einer Gaststätte  5.244,00 Euro an Abmahnkosten und Schadensersatz zu zahlen habe, im Vergleichswege jedoch nur 1.000,- Euro fällig wären, wenn dieser gleichzeitig ein Abonnement für die Fußballübertragungen abschließen würde.

Konfrontiert mit der Reportage des "Spiegels", erklärte der Sprecher des Senders, dass intern wohl “Mist gebaut” worden war und die Juristen des Senders Fehler gemacht hätten. An dieser Stelle ist jedoch auffällig, dass die Berliner Anwaltskanlzei JBB die Abmahnungen versendet hat.

Der Sender SKY hat sich wohl, nach Bericht des "Spiegels", bei den abgemahnten Kneipen und Sportbars entschuldigt und als Kompensation den Besuch von LIVE-Spielen angeboten.

Es könnte nun der Schluß gezogen werden, dass diese Abmahnangelegenheit folglich Geschichte wäre.

Jedoch sind am 09.10.2013 veränderte Vorschriften des Urheberrechtsgesetzes in Kraft getreten.

§ 97a Abs. 4 URhG n.F. sieht nun mehr  vor, dass der zu Unrecht Abgemahnte Ersatz der für die Rechtsverteidigung erforderlichen Aufwendungen verlangen kann. 

Dies heisst in der Praxis, dass zu Unrecht abgemahnte Kneipen- und Sportbar- Betreiber die erforderlichen Anwaltskosten erstattet bekommen, wenn diese die daraufhin erforderliche anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen mussten.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auf der Homepage von Fachanwalt für IT-Recht T.-T. Kim