Jeder zweite Patient klagt über zu lange Wartezeit bei Arztterminen - teilweise bis zu 6 Monaten bei Spezialisten

Jeder zweite Patient klagt über zu lange Wartezeit bei Arztterminen - teilweise bis zu 6 Monaten bei Spezialisten
09.10.2014246 Mal gelesen
Jeder zweite Patient ist unzufrieden mit den Wartezeiten bei Arztterminen. Das meldet "Bild" (Donnerstag) unter Berufung auf Zahlen der Techniker Krankenkasse. Wenn es nicht weitergeht, sollten Sie einen Patientenanwalt in Berlin befragen, welche Möglichkeiten es gibt. Der Vertragsarzt ist grundsätzlich zur Untersuchung und Behandlung eines Patienten verpflichtet. Dies ergibt sich aus § 73 Abs. 2 SGB V.

Jeder zweite Patient ist unzufrieden mit den Wartezeiten bei Arztterminen. Das meldet "Bild" (Donnerstag) unter Berufung auf Zahlen der Techniker Krankenkasse.

Danach beklagten 51 % der Befragten zu lange Wartezeiten in den Arztpraxen.

Vier von zehn Patienten waren unzufrieden mit den Wartezeiten auf einen Termin. Und ein Drittel (37 %) war unzufrieden mit den Sprechzeiten, die für die Termine zur Verfügung stehen.

Die Erwartungshaltung der Patienten an die Terminvergabe von Ärzten ist allerdings hoch.

46 % der Befragten wollen selbst bei leichten Beschwerden nicht länger als eine Woche auf einen Arzttermin warten.

Als Kassenpatient hatte der Versicherte gegenüber privatkrankenversicherten Patienten manche Nachteile hinzunehmen. Hinter dem Stichwort „Zwei Klassen-gesellschaft“ in der medizinischen Versorgung verbargen sich gehäuft lange Wartzeiten (sowohl auf einen Termin als auch im Wartezimmer selbst), einge-schränkte Diagnostik und Begrenzungen/Zuzahlungen bei bestimmten Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln.

Die Versicherten sind nicht gänzlich rechtlos:

Der Vertragsarzt ist grundsätzlich zur Untersuchung und Behandlung eines Patienten verpflichtet. Dies ergibt sich aus § 73 Abs. 2 SGB V.

Dieser Anspruch dürfte das Recht umfassen, innerhalb eines durch die konkrete Erkrankung vorgegebenen Zeitraums einen Termin zu erhalten. Notwendige diagnostische Untersuchungen zur Erkennung bzw. Umfang einer Erkrankung müssen innerhalb des durch das (mögliche) Krankheitsbild vorgegebenen Zeit-fensters ermöglicht werden.

Ist der Arzt hierzu aus praxisorganisatorischen Gründen nicht bereit und/oder in der Lage, hat er dafür Sorge zu tragen, dass die notwendigen Maßnahmen anderenorts durchgeführt werden. Vorstellung in der Notaufnahme eines Krankenhaus?

Das Unterlassen kann im Einzelfall zu Schadensersatzansprüchen des Patienten und zur Einleitung berufsrechtlicher Maßnahmen gegen den Arzt durch die zuständige Ärztekammer führen.

Ansprechpartner für den gesetzlich versicherten Patienten ist in Konfliktfällen stets die gesetzliche Krankenversicherung. Nur dieser gegenüber hat der Patient nach    § 11 Abs. 1 bis 4 SGB V einen einklagbaren Anspruch auf die Erbringung von Krankheitsbehandlungsleistungen.

Wenn es nicht weitergeht, sollten Sie einen Patientenanwalt in Berlin befragen, welche Möglichkeiten es gibt.