Brustverkleinerung - bezahlt die Krankenkasse den Eingriff? Was ist zu beachten?

22.09.20143544 Mal gelesen
Brustverkleinerung - bezahlt die Krankenkasse den Eingriff? Voraussetzung ist eine medizinische Indikation, die durch den Medizinischen Dienst und Fachärzte zu bestätigen ist. Sollte es rechtliche Problem geben, so hilft die Unterstützung vom Rechtsanwalt, um die Krankenkasse zu überzeugen.

Bezahlt die Krankenkasse die Brustverkleinerung?

Grundsätzlich zahlt die Krankenkasse die Kosten für eine Brustverkleinerung - vorausgesetzt ist jedoch, es liegt eine medizinische Indikation vor.

Das gilt nach Ansicht einiger Kostenträger für Brüste, die um zwei Körbchengrößen bzw. um mindestens 500g pro Seite verkleinert werden müssen. Weiter könne eine deutliche Fehlbildung oder Asymmetrie der Brüste vorliegt. Wird ein Antrag auf Kostenübernahme bei der gesetzlichen Krankenkasse eingereicht, entscheidet in jedem Einzelfall ein Gutachter des Medizinischen Dienstes, ob der Eingriff tatsächlich medizinisch notwendig ist.

Wie Sie die Chancen erhöhen können, dass die Krankenkasse für die geplante Brustverkleinerung Kostenübernahme oder -zuschüsse bewilligt, liegt an der Begründung.

"Leider haben in Deutschland die Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen dazu geführt, dass viele notwendigen Behandlungen nicht mehr - oder nur nach längerem Antragsmarathon - von den Krankenkassen erstattet werden.

Trotzdem sollten Sie es nicht unversucht lassen. Mit den folgenden Tipps haben Sie gute Aussichten, dass Ihr Antrag bewilligt wird:

  • Prüfen Sie zuerst, ob die Klauseln Ihrer Krankenkasse Kostenbeteiligungen generell vorsehen. Notieren Sie sich die entsprechenden Voraussetzungen und versuchen Sie, in Ihrem Antrag möglichst genau darauf einzugehen. Hier kann auch ein Anwalt gut helfen!
  • Im Antrag muss die medizinische Notwendigkeit einer Brustverkleinerung genannt werden. Es darf nicht der Eindruck erweckt werden, es handle sich um einen kosmetischen Eingriff. Kosmetische Eingriffe werden in der Regel ohne weitere Prüfung abgelehnt.
  • Anwälte raten, psychische Probleme nicht als Hauptursache anzugeben. Die Bestimmungen der Krankenkassen sind oft sehr starr und einseitig formuliert. Depressionen - auch wenn Sie auf den hohen Leidensdruck durch überdimensionierte Brüste zurückzuführen sind - werden häufig leider nicht anerkannt. Sie werden dann zum Psychiater geschickt.
  • Der Antrag muss explizit deutlich machen, dass es bei der geplanten Brustverkleinerung sowohl um die Linderung bestehender Beschwerden als auch die Verhütung neuer Krankheitserscheinungen geht.
  • Gute Aussichten für eine positive Nachricht haben Sie, wenn Sie sich wegen Ihrer Beschwerden bereits in ärztlicher Behandlung befinden. Dann kann der behandelnde Arzt bestätigt, dass er eine Brustverkleinerung befürwortet. Außerdem sollten Sie alle konservativen Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Sport- und Fitnessprogramme, Krankengymnastik etc. nachweislich schon ausgeschöpft haben.
  • Fügen Sie Ihrem Antrag an die Krankenkasse Fotos bei sowie Kostenvoranschläge verschiedener Ärzte oder Kliniken.

Wenn Sie alle Punkte beherzigen, kann es gut gehen, leider gibt es jedoch keine Garantie dafür.

Fazit: Um die Kosten der Operation von 4000 bis 7000 Euro nicht selbst zahlen zu müssen, reichen Beschwerden allein oder eine Bescheinigung Ihres behandelnden Arztes nicht aus. Es werden sogar Hartz-IV-Bezieherinnen mit einem Eigenanteil herangezogen.

Vielmehr müssen vor einer Brustverkleinerung Krankenkasse, medizinischer Dienst und Fachärzte einhellig die Notwendigkeit bestätigen.

Rechtsanwälte werten dann noch entsprechende Urteile aus und können bei der Formulierung helfen. Notfalls muss es auch per Klage gehen.