2.243 Behandlungsfehler vor der Gutachterkommission der Bundesärztekammer in 2013

16.09.2014333 Mal gelesen
2.243 Behandlungsfehler vor der Gutachterkommission der Bundesärztekammer in 2013. Der Ärzte- und Pflegepfusch tritt gehäuft in Kliniken auf - laut AOK-Krankenhausreport starben 18.800 Menschen wegen unterschiedlicher Fehler; immer häufiger Infektionen. Anwalt konsultieren!

Die Verfahren in Medizinrechtssachen vor den Gerichten dauern ca. 3-4 Jahre - mit steigender Tendenz. Aber auch 90 % aller Medizinrechtsstreitigkeiten enden ohne Gerichtsurteil - beide Parteien akzeptieren die Entscheidung von Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen, so die Bundesärztekammer. 

Bei Gerichtsverfahren kommt es auf die Gutachter an - aber der Streit mit Gutachtern zieht die Prozesse in die Länge. Der vom Gericht bestellte Gutachter ist entscheidend. Der BGH hat den Gutachter den Richtern in Medizinrechtssachen auch an die Seite gestellt - ohne Gutachter geht nichts. 

Aktuell geht es neben den Medizinrechtssachen bei Geburtschäden, Schadensersatz und Schmerzensgeld bei Zahnarztsachen und Operationen sowie Schönheitsoperationen um die Silikon-Opfer. Es geht um die Implantate des französischen Herstellers "Poly Implat Prothèse" (PIP). Diesen wurden rund 10.000 Frauen in die Brust implantiert. 

Die Patientinnen wurden nicht richtig aufgeklärt. Wären sie von Anfang an ordnungsgemäß und schonungslos über die Eingriffsrisiken bzw. Implantatrisiken aufgeklärt worden, so hätten sie sich in einem Entscheidungskonflikt darüber befunden, ob sie den Eingriff durchführen lassen sollen oder eben nicht.

Aber es kommt noch dicker. Betroffene Frauen müssen sich am Austausch von Brustimplantaten des Herstellers PIP beteiligen, wenn sie sich diese aus kosmetischen Gründen haben einsetzen lassen, so ein Urteil des Sozialgerichts Berlin. Darin verpflichtete das Gericht die betroffene Frau dazu, die Kosten für die Entnahme ihrer PIP-Implantate mitzutragen und den Einsatz neuer Implantate komplett selbst zu zahlen, weil die Operation als Schönheitsoperation eingestuft wurde. 

Das Sozialgericht begründete die Kostenpflicht der Frau damit, dass es der Versichertengemeinschaft nicht zugemutet werden kann, die medizinisch nicht notwendige Operation zu zahlen. 

Die Frau vertrat die Auffassung, dass sie wegen der kleinen Brüste eine psychische Belastung ertragen müsse. Das Sozialgericht argumentierte, ein vermeintlicher körperlicher Mangel rechtfertigte keinen Eingriff in einen gesunden Körper. Das Gericht schlug eine Psychotherapie vor.

Bei Problemen mit einem Arzt oder Krankenhaus sollten Patienten einen fachlich versicherten Rechtsanwalt aufsuchen und sich beraten lassen. .