Bei Tattoo-Pfusch gibt es Schmerzensgeld - so das OLG Hamm - es sprach 750 Euro zu!

13.07.2014251 Mal gelesen
Bei Tattoo-Pfusch gibt es Schmerzensgeld - so das OLG Hamm. Leider kommt es bei der Vielzahl der Tattoos auch zu Fehlern des Tätowierers. Dem Opfer der Fehlbehandlung steht ein Schmerzensgeld von 750 Euro zu. Opfer von Tattoo-Pfusch sollten sich anwaltlich beraten lassen.

Tattoo-Pfusch: Schmerzensgeld? (Urteil I-12 U 151/13)

Patzt der Tätowierer bei seiner Arbeit auf der Haut, muss sich der Geschädigte nicht auf das Angebot einlassen, sich nach einer Korrektur mittels Laserbehandlung von ihm neu tätowieren zu lassen. Dem Auftraggeber steht ein Schmerzensgeld zu. Die mögliche Nachbesserung kann er von einem anderen Tätowierer vornehmen lassen. So das Oberlandesgericht Hamm (I-12 U 151/13).

Ein Tätowierer stach beim Tattoo zu tief in die Haut der Kundin, sodass die Farbe deutlich verlief. Zudem entsprach das Tattoo nicht exakt der Skizze. Die Kalibrierunregelmäßigkeiten führten zu abweichenden Farben auf der Haut. Die Kundin war sehr unzufrieden. Daher bot der Tätowierer der Kundin an, für die Laserbehandlung zur Korrektur aufzukommen, um danach neu zu tätowieren.

Die Geschädigte wollte den gleichen Tätowierer auf keinen Fall noch einmal an ihre Haut lassen. Sie verlangte die Kosten für die Lasertherapie und klagte außerdem auf Schmerzensgeld, welches das Gericht festlegen sollte. 

Das Oberlandesgericht Hamm gab der Klägerin Recht:

Der Geschädigten stehe ein Schmerzensgeld in Höhe von 750 Euro zu, da eine Tätowierung tatbestandlich eine Körperverletzung darstellt. Die Einwilligung der Kundin dazu deckt ein mangelfrei erstelltes Tattoo ab. Die Skizze des Tattoos war die Geschäftsgrundlage dafür, die sie zuvor gebilligt hatte.

Auf die angebotene Nachbesserung des beklagten Tätowierers müsse sich die Geschädigte nicht einlassen, da verständliche Bedenken gegen seine Leistungsfähigkeit bestehen. In anderen, etwa handwerklichen, Dienstleistungen wäre eine Nachbesserung seitens des Auftragnehmers durchaus denkbar. Dies sieht auch das BGB so vor. Hier aber ist sie schlicht unzumutbar, weil die Kundin schon erheblich geschädigt war.

Opfern von Tattoo-Pfusch ist zu raten, sich anwaltlich beraten und vertreten zu lassen.