Wie man aus einem Fitnessstudiovertrag bei Krankheit und anderen Gründen wieder raus kommt

Wie man aus einem Fitnessstudiovertrag bei Krankheit und anderen Gründen wieder raus kommt
08.01.2013740 Mal gelesen
Fitnessstudio: Vertragskündigungen aus wichtigem Grund sind aus verschieden Gründen immer möglich Wie man aus einem Fitnessstudio-Vertrag raus kommt. Welche Gründe sind anerkannt?

Zu den klassischen guten Vorsätzen für das angebrochene Jahr 2013  gehört bei vielen Menschen die Absicht, sich in einem Fitnessstudio anzumelden. Es soll Winterspeck abgebaut werden und der Vorsatz ist regelmäßig Sport zu treiben. Ein Fitnessstudio- Vertrag ist schnell geschlossen. Wie wirken sich aber die Schicksalsschläge des Lebens auf den laufenden Fitnessstudio-Vertrag aus? Kann er jederzeit aus wichtigem Grund wieder gekündigen werden? 

Bestimmungen in den AGB von Fitness-Centern können nämlich unwirksam sein. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) nun in einem Urteil entschieden, wie die ARAG mitteilt.

Vertragslösung

Bei Fitnessstudios ist es üblich, zunächst ein Probetraining zu absolvieren und im Anschluss den Fitnessstudio-Vertrag vor Ort zu unterschreiben. In diesen Fällen besteht kein Widerrufsrecht. Für die fristgerechte Kündigung des Vertrages ergibt sich die Kündigungsfrist aus den Geschäftsbedingungen (AGB) des Fitnessstudios. Soweit bei einem unbefristeten Vertrag die Kündigungsfrist in den AGB zwischen einem und drei Monaten liegt, ist diese wirksam. Ist eine längere oder gar keine Frist vereinbart oder ist die Erstlaufzeitvereinbarung unwirk-sam (ist bei mehr als zwei Jahren der Fall), wird meist eine Frist von einem Monat bis zu 3 Monaten als ausreichend betrachtet.

Kündigung aus wichtigem Grund immer möglich

Vertragsklauseln, die das Recht einer Vertragspartei bei Vorliegen eines wichtigen Grundes fristlos zu kündigen ausschließen, sind nach einem aktuellen Beschluss des BGH hingegen unwirksam. Gleiches gilt laut BGH für Bestimmungen in den AGB, wonach ein Sonderkündi-gungsrecht zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, die Ausübung dieses Rechtes allerdings von weiteren Voraussetzungen abhängig gemacht wird. So führt zum Beispiel die Verpflichtung des Kunden zum Nachweis einer Krankheit mittels Attestes, um die außerordentliche Kündigung zu begründen, zu einer unangemessenen Benachteiligung des Kunden und damit zur Unwirksamkeit einer solchen Klausel (BGH Urteil vom 8.2.2012, Az.: XII ZR 42/10, siehe auch BGH Urteile auf der Seite des BGHs). ) 

Gründe für eine außerordentliche Kündigung können sein:

  • ein Wohnortwechsel, wenn aufgrund der Entfernung dem Mitglied eine Nutzung nicht mehr zumutbar ist
  • eine Schwangerschaft - wobei Gerichte nur das beitragsfreie Ruhen des Vertrages für die Dauer der Schwangerschaft annehmen, andere entscheiden anders. 
  • eine Verletzung vertraglicher Pflichten durch den Fitnessstudio-betreiber (ersatzlose Streichung von Kursen, wenn das Mitglied eine angemessene Frist zur Abhilfe gesetzt hat).

Aus wichtigem Grund kann man den Fitnessstudiovertrag nicht fristlos sondern nur innerhalb einer angemessenen Frist (bis max. 14 Tage) ab Kenntnis des Kündigungsgrundes kündigen.

Mindestlaufzeit

Verträge mit einem Fitnessstudio haben oft eine Mindestlaufzeit von 12 oder gar 24 Monaten. Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, so der BGH. Die Betreiber eines Fitnessstudios hätten demnach ein berechtigtes Interesse daran, ihre Kunden langfristig und somit in kalkulierbarer Weise an sich zu binden.

Stand des Textes: 07.01.2013

Quelle: ra-online/ARAG (pm/pt)

Information bei: vis.bayern.de, Verträge mit Sport- und Fitnessstudios

Mitglieder sollten ihre Fitnessstudioverträge aufmerksam lesen und im Falle einer Kündigung sich vorher rechtich beraten lassen.