Und wer bekommt den Hund nach der Scheidung?

Und wer bekommt den Hund nach der Scheidung?
17.04.2015472 Mal gelesen
Auch wenn rein rechtlich Tiere "Sachen" sind entbrennt doch häufig im Fall der Trennung Streit darüber, zu wem das Tier gehört oder wer sich um den kleinen Liebling am besten kümmern kann.

Der Fall Babsi oder wer bekommt die Malterserhündin?

Vorliegend hatte das OLG-Stuttgart darüber zu entscheiden, wo die - gemeinsam von Herrchen und Frauchen gekaufte Malteserhündin "Babsi" - zukünftig wohnen soll. Die geschiedene Ehefrau versuchte vor Gericht die Herausgabe zu erzwingen, da der Ehemann die Hündin am Tag der Trennung einfach mitgenommen hat. Seit nunmehr eineinhalb Jahren lebte Babsi beim Herrchen.

Die geschiedene Ehefrau argumentierte, sie habe schon immer die überwiegenden Kosten für den Hund getragen, sich am meisten um Babsi gekümmert und der Hund stünde nur in ihrem Eigentum.

Das Herrchen argumentierte, er sei derjenige gewesen, der sich überwiegend um das Tier gekümmert hat und zudem sei er auch aktuell arbeitslos und könne sich somit viel intensiver um Babsi kümmern. Den Vorschlag des Gerichts, eine Art "Wechselmodell" für die Betreuung des Hundes einzurichten wurde vom Herrchen abgelehnt.

Entscheidung:

In der zweiten Instanz stellte das OLG nunmehr klar, dass es sich bei Babis um einen "Haushaltsgegenstand" handelt und das Tier im gemeinsamen Eigentum beider Eheleute steht. Es sind somit Billigkeitserwägungen anzustellen, welche zu Gunsten des Frauchen sprechen. Der Ehemann hat u.a. das Tier eineinhalb Jahre dem Frauchen vorenthalten, diese über eine Schwangerschaft der Hündin nicht informiert, so dass dieses Verhalten ihm nunmehr negativ angelastet wurde. Zudem hat die Hündin das Frauchen, trotz der widerrechtlichen Kontaktsperre des Herrchens, bei der Vorführung im Gericht eindeutig identifiziert!

Wegen des somit nicht zu billigenden Verhaltens in der Vergangenheit durch den geschiedenen Ehemann könne die Ehefrau die Herausgabe verlangen.

(vgl. OLG-Stuttgart, Az. 18 UF 62/14)