Deuschland - Land der Erben! Eine gewaltige Erbschaftswelle kommt! Was beim Vererben zu beachten ist.

Deuschland - Land der Erben! Eine gewaltige Erbschaftswelle kommt! Was beim Vererben zu beachten ist.
24.05.2015215 Mal gelesen
Zwischen 2010 und 2019 dürften in Deutschland 2,5 Billionen Euro vererbt werden. Das sind rund 250 Milliarden Euro pro Jahr. Eine gewaltige Erbschaftswelle. Der Staat bekommt davon 5 Milliarden Erbschaftssteuer. Vererben ist ein Tabu-Thema! Beratung vom Rechtsanwalt ist wichtig.

Zwischen 2010 und 2019 dürften in Deutschland 2,5 Billionen Euro vererbt werden. Eine gewaltige Erbschaftswelle. Das sind rund 250 Milliarden Euro pro Jahr. Der Staat bekommt davon 5 Milliarden Erbschaftssteuer. Dabei sind betriebliche Vermögen ausgenommen. Dabei ist beachtlich, dass ca. 33 % der 250 Milliarden Euro pro Jahr auf 800 bis 1000 Erbfälle entfallen.

Vererben ist ein Tabu-Thema - es werden zu wenig Testamente verfaßt. Wenn es ein Testament gibt, dann werden gravierende Fehler von den Erblassern gemacht.

Streit ums Erbe entsteht nach dem Erbfall dann, wenn der letzte Wille des Erblassers nicht eindeutig oder am Ende gar unwirksam formuliert ist. Die häufigsten Fehler beim Verfassen eines Testaments - und wie man den Nachkommen das Erben erleichtert. Es handelt sich um:

- Formfehler bei der Abfassung des Testaments,

- missverständliche Formulierungen im Testament,

- unklare Vermögensaufteilungen für die Erben und Bedachten, 

- Aufbewahrung des Testaments - wenn es einfach nicht gefunden wird!

- Änderungsmöglichkeiten beim Berliner Testament

- Schenkungen vor dem Tode, Anrechnung ode rnicht?

Ein Testament kann aufgrund von Fehlern angreifbar oder sogar ungültig werden. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Ihr Testament machen:

Form: Die äußere Form des Testaments muss stimmen. Wer keinen Notar hinzuzieht, sondern sein Testament selbst aufsetzt, muss es von Anfang bis Ende mit der Hand schreiben und unterzeichnen. Oft wird dann später noch etwas hinzugefügt, aber nicht unterschrieben, berichtet Rechtsanwälte. Solche Ergänzungen sind dann unwirksam.

Aufbewahrung: Der letzte Wille muss auffindbar sein. Ein Testament, das im Schreibtisch-Geheimfach liegt und dann bei der Wohnungsauflösung auf dem Sperrmüll landet, bringt nichts.

Angehörige beziehungsweise Erben müssen wissen, wo sie das Testament finden. Die sicherste Variante ist die Verwahrung beim Nachlassgericht. Das koste Gebühren, ist aber sehr sicher. Die dort hinterlegten Testamente werden auf jeden Fall eröffnet.

Zeitpunkt: Voraussetzung für ein gültiges Testament ist die Testierfähigkeit. "Ob sie noch gegeben war, wenn der Erblasser beispielsweise an Alzheimer erkrankt war, ist oft Anlass für Streit zwischen den Erben", sagt Jan Bittler von der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge.

Der Rat von Rechtsanwälten: Nicht zu lange mit der  Abfassung des Testaments  warten, sondern das Testament aufsetzen, wenn es keinerlei Zweifel an der geistigen Leistungsfähigkeit gibt. Hat man sich zu einem Testament entschlossen, um zum Beispiel die Familie abzusichern, dann sollte man dieses Vorhaben generell nicht auf die lange Bank schieben.

Formulierung: Je klarer die Worte, umso leichter fällt es, den letzten Willen umzu- setzen. Der Laie verwendet viele Formulierungen anders als der Jurist! Das kann zu Missverständnissen und Streit führen. Der Satz "Ich vermache meinem Sohn mein Haus" hätte zur Folge, dass der Sohn nicht erbt, sondern ein Vermächnis  erhält  und damit eine ganz andere rechtliche Stellung hat.

Oft listen Erblasser genau auf, wer welchen Gegenstand erhalten soll, vergessen aber, einen Erben zu benennen! Auch Begriffe wie Haupterbe, Vorerbe, Nacherbe oder Schlusserbe könnten für Verwirrung sorgen, weil das komplexe Erbrecht des BGB genaue Vorstellungen und Definitionen hat. Der Nacherbe darf beispielsweise mitreden, wenn der Vorerbe ein Grundstück verkaufen will. Der Schlusserbe hat dieses Recht nicht.

Änderungsmöglichkeiten: Manche Ehepaare binden sich mit einem sehr beliebten gemeinschaftlichen sogenannten Berliner Testament mehr, als ihnen lieb ist. Gibt es keine anderslautende Klausel, darf die einmal festgelegte Vermögens-aufteilung nach dem Tod eines der beiden Partner nicht mehr geändert werden. Wer dem Überlebenden mehr Gestaltungsfreiraum zubilligen möchte, muss das im Testament festlegen! Es wird dann vom Erstverstorbenen der andere Ehegatte noch aus dem Grabe heraus bevormundet. Häufiges Beispiel sind Wiederverheiratungs-klauseln usw.

Schenkungen vor dem Tode: Oft werden Schenkungen vor dem Tode geacht. Dann ist es wichtig zu wissen, ob diese Schenkungen auf das Erbe angerechnet werden sollen oder nicht.

Die Erbschaftssteuer: Die meisten Erbfälle unterliegen aufgrund der hohen Freibeträge für Kinder (400.000 Euro) und Ehegatten (500.000 Euro) keiner  Erbschaftsteuer. Erben von Betriebsvermögen werden von Privilegierungen profitieren.

Betroffen von der Erbschaftsteuer bleiben damit nach wie vor größere Privat-vermögen und Erben, die nicht zum engsten Familienkreis des Verstorbenen gehören. Hier schreckt schon die Erbschaftssteuererklärung!

Vorsorge treffen: Es lohnt sich folglich immer eine Beratung zum Testament durch einen fachkundigen Anwalt durchführen zu lassen. Das Testament aus dem Internet trifft oft den Lebenssachverhalt nicht und führt zu massiven Fehlern. Es hilft besonders die Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge mit Anwaltsadressen in der ganzen Bundesrepublik

Interessantes zum Vererben bei der Journalisten Julia Friedrichs: "Wir Erben, Was Geld mit Menschen macht." gerade im März 2015 erschienen.