Vorsorgevollmacht / Patientenverfügung

Vorsorgevollmacht / Patientenverfügung
23.04.2015449 Mal gelesen
"Gewiss ist nur die Ungwissheit" Wir schließen Versicherungen ab gegen die Risiken und Folgen von Haftpflicht, Unfall und Tod. Einem weit näher liegenden Risiko sehen wir dagegen nicht gerne ins Auge.

Vorteile der Vorsorgevollmacht


Die Vorsorgevollmacht bedarf nicht der Genehmigung des Vormundschaftsgerichts. Der Vollmachtgeber wählt den Bevollmächtigten selbst nach seinen Vorlieben und seinem Vertrauen aus. So kann der Betroffene ein später vielleicht langwieriges und belastendes Betreuungsverfahren samt der Erstellung von Gutachten über seinen Gesundheitszustand vermeiden. Er kann seine Angelegenheiten selbst bestimmen und individuell nach seinen Vorstellungen regeln.


Was regelt die Vorsorgevollmacht?

Die Vorsorgevollmacht deckt grundsätzlich alle Willenserklärungen und sämtliche Rechtsgeschäfte des Vollmachtgebers ab. Dazu zählen u. a. Vermögenssorge, Vertretung vor Behörden und Versicherungen, Bestimmungsrecht des Aufenthaltsorts, Einwilligungen in ärztliche Maßnahmen oder Unterbringungsmaßnahmen. Einige Aufgabengebiete des Bevollmächtigten bedürfen wegen ihrer weitreichenden Folgen konkreter individueller
Regelungen, wie zum Beispiel der Umfang von Bankvollmachten. Überdies kann die Erteilung von Untervollmachten geregelt werden: Ein Ersatzbevollmächtigter
wird festgelegt für den Fall, dass der Bevollmächtigte stirbt oder selbst geschäftsunfähig wird. Mit der Vorsorgevollmacht ist auch das Innenverhältnis
zwischen dem Vollmachtgeber und dem Bevollmächtigten zu regeln. Diese internen Rechtsbeziehungen umfassen beispielsweise Fragen des Aufwendungsersatzes oder einer Vergütung. Auch für die Vermögensvorsorge sind flexible und klare Maßnahmen zu treffen.

Abgesehen von Grundstücksgeschäften, die grundsätzlich der notariellen Beurkundung bedürfen, kann die Vollmacht formfrei abgefasst sein. Eine anwaltliche Beratung bei der Erstellung ist jedoch empfehlenswert. Die Vorsorgevollmacht soll erst im Fall der Bedürftigkeit rechtswirksam werden. Erfahrungsgemäß ist die Beurteilung der Geschäftsunfähigkeit für die Beteiligten
schwer einschätzbar.


Risiken der Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht hat im Vergleich zur gerichtlich angeordneten Betreuung auch einen Nachteil. Der Vollmachtgeber begibt sich durch die Übertragung
der umfangreichen Befugnisse auf den Bevollmächtigten in dessen Abhängigkeit. In dieser Situation besteht auch das Risiko, manipuliert zu werden. Dem kann der Betroffene jedoch effizient vorbeugen. Der Vollmachtgeber kann zu Kontrollzwecken mehrere vertrauenswürdige Personen als Bevollmächtigte
oder einen Überwachungsbetreuer benennen.


Patientenverfügung

Die Vollmacht ist auch mit einer Patientenverfügung kombinierbar. Der Vollmachtgeber gibt bindende Erklärungen für künftig erforderliche medizinische
Behandlungen ab. Besonders gilt das für die Einleitung oder den Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen, u. a. bei Eintritt eines nicht mehr erfolgreich
therapierbaren Komas.

Kosten

Die Ausarbeitung einer individualisierten Vorsorgevollmacht ist wegen der unterschiedlichen persönlichen Anforderungen sehr empfehlenswert.
Die Vergütung orientiert sich an der Höhe des Vermögens des Vollmachtgebers, ist aber auch individuell vereinbar.


Die vorstehende Darstellung repräsentiert nicht die vollständige Beschreibung
der relevanten Rechtslage. Sie kann eine persönliche individuelle Beratung
nicht ersetzen. Eine Haftung aufgrund der vorgenannten Darlegungen ist
ausgeschlossen.