Die 10 wichtigsten Punkte bei der Prüfung eines Immobilienkaufvertrags

Die 10 wichtigsten Punkte bei der Prüfung eines Immobilienkaufvertrags
08.11.2016833 Mal gelesen
Bei Immobilienkaufverträgen geht es häufig um große Summen. Käufer und Verkäufer von Häusern, Wohnungen, Bauplätzen etc. sollten sich daher über die wesentlichen Vertragsklauseln im Klaren sein und den Vertrag im Zweifel von einem Rechtsanwalt für Immobilienrecht überprüfen lassen.

TOP 10 bei der Prüfung des Grundstückskaufvertrags

Nachfolgend die aus anwaltlicher Sicht wichtigsten Punkte bei der Überprüfung eines Immobilienkaufvertrages.

Ausführliche Informationen finden Sie zudem auf dem Internetauftritt der Immobilienkanzlei ROSE & PARTNER LLP: Prüfung des Immobilienkaufvertrages

  1. Die Eigentumsverhältnisse sind anhand eines aktuellen Grundbuchauszuges zu prüfen. Weiter sind Verfügungsbeschränkungen und Belastungen (z.B. Wegerechte, ein dingliches Wohnrecht und Grundschulden) zu beachten.
  2. Bei Personenmehrheiten (Gesellschaften, Ehepartnern) als Verkäufer ist zu prüfen, ob diese jeweils wirksam vertreten sind bzw. ob die gegebenenfalls erforderliche Zustimmung des Ehegattens vorliegt.
  3. Es ist zu prüfen, ob und wie die Eigentumsübertragung an den Käufer nach Zahlung des Kaufpreises sichergestellt ist (Vormerkung).
  4. Es ist zu prüfen, ob ausnahmsweise der Kaufpreis besser hinterlegt werden sollte (Notaranderkonto), etwa, um die tatsächliche Räumung des Objekts sicherzustellen, bevor der Kaufpreis gezahlt wird
  5. Weiter ist zu prüfen, inwieweit der Verkäufer sich von der Haftung freizeichnen will. Hier gibt es große Unterschiede zwischen dem Verkauf von Altbauten und Neubauten.
  6. Es ist zu prüfen, wie sichergestellt ist, dass eine derzeit noch (vom Verkäufer oder von dessen Mieter) bewohnte Immobilie nach Zahlung des Kaufpreises auch tatsächlich geräumt wird.
  7. Es ist unter steuerlichen Gesichtspunkten zu prüfen, ob und falls ja in welchem Wert Zubehör mitveräußert wird. Der auf das Zubehör entfallende Teil des Kaufpreises unterliegt nicht der Grunderwerbssteuer.
  8. Für den Fall, dass wider Erwarten eine Finanzierung nicht zustande kommt, ist an ein vertragliches Rücktrittsrecht zu denken.
  9. Bei sog. Bauträgerverträgen ist besonderes Augenmerk darauf zu legen, ob die Vorschriften der sog. Makler- und Bauträger Verordnung (MaBV) sowie die Vorschriften des AGB-Rechts (§§ 305 ff. BGB) eingehalten worden sind.
  10. Zuletzt ist darauf zu achten, dass Klarheit darüber besteht, wer von den Vertragsparteien (in welcher Höhe) die Kosten eines etwaig eingeschalteten Maklers trägt.

Auf den Notar kann man gerade als Käufer im Übrigen nicht zählen, wenn es um die Ausgewogenheit des Vertrages, insbesondere die Verteilung der Risiken, geht. Nur ein mandatierter Rechtsanwalt ist allein den Interessen seines Auftraggebers verpflichtet und kann für diesen den bestmöglichen Vertrag verhandeln. Auch kann er – bei entsprechenden Fachkenntnissen – nicht nur rechtlich, sondern auch steuerlich beraten.