Befristete Arbeitsverhältnisse, Teil 1: Schriftform

08.04.2010772 Mal gelesen
Nach neusten Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stieg der Anteil der befristeten Arbeitsverträge an den Neueinstellung im ersten Halbjahr 2009 auf 47 Prozent. Somit ist beinahe jedes zweite Neuarbeitsverhältnis befristet.
 
 
Für befristete Arbeitsverträge gilt seit dem 01.01.2001 des TzBfG. Damit bestehen für die Arbeitnehmer gesetzliche Schutzvorschriften, die einen Ausgleich zu dem Wunsch der Arbeitgeber nach flexibler Gestaltung ihrer Belegschaftsgröße gewährleisten sollen.
 
In diesem und in folgenden Beiträgen werden einzelne Aspekte dargestellt, die bei Abschluss und Durchführung des befristeten Arbeitsverhältnisses von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu beachten sind.
 
Teil 1: Schriftform:
Voraussetzung für die Wirksamkeit der Befristung eines Arbeitsvertrags ist gemäß § 14 IV TzBfG die Schriftform. Schriftlich zu fassen ist nach dem TzBfG grundsätzlich jedoch nur die Befristungsabrede selbst. Der Befristungsgrund ist hingegen bis auf spezielle Ausnahmen nicht zwingend schriftlich festzuhalten.
 
Fehlt die Schriftform der Befristungsabrede kommt regelmäßig ein unbefristeter Arbeitsvertrag zwischen den Arbeitsvertragsparteien zustande. Dies ist insbesondere bei den sachgrundlosen Befristungen erheblich, da gemäß § 14 II 2 TzBG eine sachgrundlose Befristung nicht mehr erfolgen kann, wenn zuvor mit dem gleichen Arbeitgeber ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat. Die nachträgliche schriftliche Fixierung der Befristung ist daher bei sachgrundlosen Befristungsverträgen nicht möglich. Aus Arbeitgebersicht ist daher dringend zu beachten, dass kein Arbeitsantritt vor der Unterschrift der Befristungsabrede erfolgen sollte.
 

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