Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nur schwer anfechtbar - so das Arbeitsgericht Berlin

24.08.2014310 Mal gelesen
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nur schwer anfechtbar - so das Arbeitsgericht Berlin in einem aktuellen Urteil - Az.: 28 Ca 18429/13

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nur schwer anfechtbar

BERLIN. Hat ein Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung "formell ordnungsgemäß" ausgestellt, so wird sie "nicht durch die schlichte Annahme des Arbeitgebers erschüttert, der ausstellende Arzt habe seine Einschätzung lediglich auf Grundlage der subjektiven Schilderung der Symptome der Patientin gewonnen".

Das hat das Arbeitsgericht Berlin zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung entschieden. Es ging um einen Arbeitgeber, der am vorhergehenden Tag ein Gespräch mit der Mitarbeiterin geführt hatte, bei dem "von einer Erkrankung der Frau nichts zu erkennen gewesen" sei. Darauf stützte er seinen Verdacht, dass eine Arbeitsunfähigkeit nicht vorgelegen haben kann.  

Zu dieser Beurteilung sei der Arbeitgeber wegen mangelnder medizinischer Sachkunde gar nicht in der Lage gewesen, so das Gericht.

Az.: 28 Ca 18429/13

Arbeitgeber haben bei einer ordnungsgemäß ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung keine Möglichkeiten, diese anzuzweifeln. Viele Arbeitgeber kennen ihre Arbeitnehmer und glauben daher, an der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu zweifeln. Selbst ein Arzt hat bei seiner Angestellten meistens keine Möglichkeiten.

Anwälte kennen aus der Beratung und Vertretung vor dem Arbeitsgericht das Problem mit den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen - teilweise auch mit denen aus dem Ausland.