Häufige Erkrankung rechtfertigt keine Kündigung

23.01.2007703 Mal gelesen

Ein Arbeitnehmer war im Zeitraum von 2001 bis 2004 an insgesamt 157 Arbeitstagen erkrankt. Daraufhin kündigte ihm sein Arbeitgeber mit der Begründung, dass mit weiteren Erkrankungen zu rechnen sei und daher eine Weiterbeschäftigung für ihn eine unzumutbare wirtschaftliche Beeinträchtigung darstelle.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz gab der Kündigungsschutzklage des betroffenen Arbeitnehmers statt (Az.: 10 Sa 883/05). Es wertete die Kündigung als sozial nicht gerechtfertigt. Die Richter befanden, die häufigen Erkrankungen des Klägers in der Vergangenheit begründeten nicht zwingend eine negative Prognose hinsichtlich seines künftigen Gesundheitszustandes. Denn bei keiner der Erkrankungen handele es sich um ein chronisches Leiden.

Für eine Kündigung müsse der Arbeitgeber nachvollziehbare Anhaltspunkte dafür haben, dass auch in Zukunft mit weiteren Erkrankungen zu rechnen sei, die den Betriebsablauf erheblich stören oder die Firma wirtschaftlich belasten würden.