RichmondFG: BaFin warnt vor CFD-Handelsplattform

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10.10.201890 Mal gelesen
Betroffene Anleger sollten anwaltlichen Rat einholen:

Am 10. September 2018 teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit, dass der RichmondFG keine Beauftragung durch die BaFin erteilt wurde. Der BaFin zufolge habe die RichmondFG gegenüber Geschädigten von Internet-Handelsplattformen behauptet, über eine Beauftragung der BaFin zu verfügen und diesen Hilfe angeboten, um erlittene Verluste wieder zu erwirtschaften. Des Weiteren habe das Unternehmen behauptet, dass die BaFin die Kontaktdaten der Geschädigten zur Verfügung gestellt habe.

Die BaFin stellte in ihrer Mitteilung klar, dass es sich bei der RichmondFG entgegen ihrer Behauptungen nicht um ein lizensiertes und reguliertes Unternehmen handele. RichmondFG sei der Handelsname, unter dem die Terraquest Media Ltd. aus Bulgarien die Handelsplattform www.richmondfg.com betreibt und auf der Kunden mit finanziellen Differenzkontrakten (CFDs) handeln. Die BaFin erteilte der Terraquest Media Ltd. bzw. RichmondFG für den Betrieb dieser Geschäfte keine Erlaubnis.

In ihrer Mitteilung warnt die BaFin auch vor nicht lizensierten Anbietern von Handelsplattformen. Darüber hinaus seien ihr im Zusammenhang mit Kapitalanlagebetrug Fälle bekannt, in denen Geschädigte von denselben oder anderen Tätern erneut geschädigt wurden, da ihnen zum Ausgleich erlittener Verluste Hilfe angeboten wurde. Für diesen Dienst müsse der Geschädigte weitere Zahlungen leisten, die dann ebenfalls verloren seien.

BaFin schränkt CFDs ein

Am 8. Mai 2017 gab die BaFin in einer Allgemeinverfügung bekannt, die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von finanziellen Differenzkontrakten (CFDs) mit Nachschusspflicht an Privatanleger einzuschränken. Seit Dezember im vergangenen Jahr war sie bereits mit der Planung einer Beschränkung beschäftigt. Dadurch sollen Privatanleger besser geschützt werden. Es sind jedoch nur geringe Anteile des CFD-Sortiments betroffen.

Was sind CFDs?

Bei CFDs handelt es sich im Allgemeinen um Risikogeschäfte, mit vergleichsweise niedrigem Einsatz. Bei Fälligkeit erhält der Anleger eine Zahlung in Höhe der Differenz zwischen dem vereinbarten Terminkurs und dem aktuellen Marktwert am theoretischen Erfüllungstag. Zu den Produkten können sowohl Aktien, Indizes, Rohstoffe, als auch Wechselkurse gehören. Das Verlustrisiko ist für den Anleger besonders hoch, denn sollte die Differenz das eingesetzte Kapital überschreiten, kann  der Verlust höher als der eigentliche Einsatz sein. Die BaFin erklärt, dass dies aus Verbraucherschutzgründen nicht akzeptiert werden könne.

Das Risiko hoher Verluste ließe sich nach Auffassung der BaFin auch nicht wirksam durch Margin-Call-Verfahren oder Stop-Loss-Ordern eingrenzen.

Anbieter der betroffenen CFDs mit Nachschusspflicht haben ab Veröffentlichung der Allgemeinverfügung drei Monate Zeit ihre Geschäftsmodelle anzupassen.

Möglichkeiten der Anleger
Anleger könnten hohe finanzielle Verluste bis hin zum Totalverlust erleiden. Betroffene, die bereits Verluste mit CFDs verzeichnen konnten, können aus den geplanten Beschränkungen keinen Nutzen mehr ziehen. Dennoch wird dringend geraten einen Anwalt hinzuzuziehen, der mögliche Schadensersatzansprüche prüft und gegebenenfalls geltend machen könnte. Grundlage der Schadensersatzansprüche könnte eine fehlerhafte Anlageberatung sein, soweit Betroffene nicht ordnungsgemäß über die Risiken der spekulativen Finanzprodukte aufgeklärt wurden.

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