VR Bank Werra-Meißner und DZ Bank – riskante Swaps an Kunden zur Zinssicherung verkauft?

12.04.2017194 Mal gelesen
In der jüngsten Vergangenheit melden sich immer mehr Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken die in Zusammenarbeit mit der DZ Bank an die Kunden Swapgeschäfte verkauft haben, welche heute oft sechsstellige Verluste bei den Kunden produziert haben.

In der jüngsten Vergangenheit melden sich immer mehr Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken die in Zusammenarbeit mit der DZ Bank an die Kunden Swapgeschäfte verkauft haben, welche heute oft sechsstellige Verluste bei den Kunden produziert haben.

Darunter ist auch die VR Bank Werra-Meißner. Rechtsanwalt Leipold vertritt hier bereits eine geschädigte Kundin. Die VR Bank Werra-Meißner hat der Kundin ein Zinsswap zur Zinsabsicherung für ein Investitionsdarlehen verkauft. Das Darlehen war dabei variabel auf den Euribor abgestimmt. Heute im Jahr 2017 haben die Kunden einen mittleren sechsstelligen Verlust mit diesem Geschäft erlitten, obwohl das Darlehen bereits längst getilgt worden ist.

Auch bei „einfachen“ Zinsswaps gibt es Möglichkeiten diese Geschäfte anzugreifen. Gerade im Dreipersonenverhältnis geht der Bundesgerichtshof in seiner jüngsten Rechtsprechung aus dem Jahr 2016 davon aus, dass Konnexität nicht gegeben ist. Die Folge daraus ist eine Aufklärungspflicht über den anfänglichen negativen Marktwert. Über einen Interessenskonflikt ist nach § 31 Abs.1 Nr. 2 WpHG stets aufzuklären. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist auch davon auszugehen, dass die jeweilige VR Bank Kenntnis von einem anfänglich negativen Marktwert hatte und von der DZ Bank einen Teil dieses anfänglichen negativen Marktwertes erhalten hat. Die Folge davon wäre, dass die beratende Bank wiederum einen Interessenkonflikt hätte.

Darüber hinaus gibt es aber auch zahlreiche andere Angriffspunkte. Das Landgericht Kassel entschied im Herbst 2016, dass ein Swap nicht anlegergerecht sei bei einer Immobilienfinanzierung.

Zuletzt haben das OLG Düsseldorf und der Bundesgerichtshof in Entscheidungen aus Dezember 2016 und Oktober 2016 die Aufklärungspflichten von Banken im Zusammenhang mit Beratungsgesprächen zu Swaps noch einmal verschärft.

Betroffenen Kunden kann daher nur empfohlen werden, ihre Unterlagen von spezialisierten Rechtsanwälten überprüfen zu lassen.

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold hat sich seit 2007 auf die erfolgreiche Durchsetzung von Ansprüchen aus gescheiterten Swapgeschäften spezialisiert. Dabei hat er bereits zahlreiche Kommunen, Firmen- und Privatkunden erfolgreich vertreten.