BGH Urteil bzgl. verschwiegener Provisionen kann auch im Fall von Fundus Fonds hilfreich sein

24.02.2009719 Mal gelesen

Nach einem im Februar veröffentlichten Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Verkäufer geschlossener Fonds ihre Eigeninteressen wie Provisionen offenlegen. Das oberste deutsche Berufungsgericht gab dem Käufer eines Medienfonds einer Commerzbank-Tochter recht, der die Bank auf Schadenersatz verklagt hatte.

Die Bank hatte dem Fonds-Käufer bei dem Abschluss verheimlicht, dass sie selbst über Provisionen vom Verkauf der Fondsanteile profitiert. Für offene Aktienfonds hatte der BGH die unterlassene Aufklärung schon Ende 2006 als Grundlage für Schadenersatzforderungen anerkannt. (Az.: XI ZR 510/07)

Für versteckte Provisionen können auch zwischengeschaltete Dritte haftbar gemacht werden. In zwei am Donnerstag verkündeten Urteilen (III ZR 90/08, 119/08) hat der BGH gegen eine als Treuhänderin für zwei Filmfonds fungierende Wirtschaftsprüfungsfirma entschieden. 

Diese Urteile werden bahnbrechende Wirkung im Zusammenhang mit der Vermittlung von geschlossenen Fonds (Schiffs-, Medien-, Immobilien-, Solarfonds, etc.) haben, denn in fast keinem Fall dürften die Berater Ihre Kunden über das Eigeninteresse an der Vermittlung einer Geldanlage aufgeklärt haben. Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit der Vermittlung einer Geldanlage sollten deshalb auf jeden Fall auch diesbezüglich geprüft werden.

Anleger der Fundus Fonds können von diesem Urteil dann profitieren, wenn Ihnen die Beteiligung durch eine Bank oder Anlageberater empfohlen worden ist. In diesem Fall sollten die Anleger auf jeden Fall prüfen lassen, ob das "Kick-Back" Urteil II des BGH einschlägig ist.

Kosten für diese Überprüfung werden in den meisten Fällen durch eine vorhandene Rechtsschutzversicherung zum Zeitpunkt des Beteiligungsabschlusses übernommen.

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