BGH stärkt Anlegerrechte erheblich - Verschweigen von Provisionen führt auch bei geschlossenen Fonds zu Schadensersatz

14.02.2009772 Mal gelesen

Nach einem am Freitag veröffentlichten Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Verkäufer geschlossener Fonds ihre Eigeninteressen wie Provisionen offenlegen. Das oberste deutsche Berufungsgericht gab dem Käufer eines Medienfonds einer Commerzbank-Tochter recht, der die Bank auf Schadenersatz verklagt hatte.

Die Bank hatte dem Fonds-Käufer bei dem Abschluss verheimlicht, dass sie selbst über Provisionen vom Verkauf der Fondsanteile profitiert. Für offene Aktienfonds hatte der BGH die unterlassene Aufklärung schon Ende 2006 als Grundlage für Schadenersatzforderungen anerkannt. (Az.: XI ZR 510/07)

Für versteckte Provisionen können auch zwischengeschaltete Dritte haftbar gemacht werden. In zwei am Donnerstag verkündeten Urteilen (III ZR 90/08, 119/08) hat der BGH gegen eine als Treuhänderin für zwei Filmfonds fungierende Wirtschaftsprüfungsfirma entschieden. 

Diese Urteile werden bahnbrechende Wirkung im Zusammenhang mit der Vermittlung von geschlossenen Fonds (Schiffs-, Medien-, Immobilien-, Solarfonds, etc.) haben, denn in fast keinem Fall dürften die Berater Ihre Kunden über das Eigeninteresse an der Vermittlung einer Geldanlage aufgeklärt haben. Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit der Vermittlung einer Geldanlage sollten deshalb auf jeden Fall auch diesbezüglich geprüft werden.

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