Magellan Maritime Services GmbH: Amtsgericht eröffnet reguläres Insolvenzverfahren

Magellan Maritime Services GmbH: Amtsgericht eröffnet reguläres Insolvenzverfahren
06.09.2016226 Mal gelesen
Anleger sollten rechtzeitig reagieren und ihre Forderungen form- und fristgerecht bis zum 18. Oktober anmelden.

Am 1. September 2016, genau drei Monate nach dem vorläufigen Insolvenzverfahren, eröffnete das Amtsgericht Hamburg das reguläre Insolvenzverfahren über das Vermögen der Magellan Maritime Services GmbH (Az.: 67c IN 237/16). Das Amtsgericht bestellte Herrn Rechtsanwalt Peter Alexander Borchert zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Rund 9.000 Anleger müssen jetzt um ihre Direktinvestments in Höhe von etwa 350 Mio. Euro bangen.

Die seit 1995 agierende Magellan Maritime Services GmbH bot Anlegern Direktinvestments in Form von Schiffscontainern an.  Anleger kauften Container und vermieteten diese direkt wieder an das Container-Leasingunternehmen weiter. Das Unternehmen bot Klein- und Privatanlegern die Weitervermietung der Container an Reedereien zu guten Preisen. Weiterhin wurden mit Mietrückflüssen von ca. 10 Prozent p.a. und dem Abkauf der Container nach einer Laufzeit von fünf Jahren geworben. Allerdings sorgten die sinkenden Stahl- und Ölpreise und ein anhaltend niedriges Zinsniveau für eine negative Marktentwicklung. Die Mietraten ebbten ab, sodass Magellan bereits vor einigen Wochen keine Ausschüttungen mehr an ihre Anleger tätigen konnte. Nun ist das Container-Leasingunternehmen insolvent.

Bislang ist noch ungeklärt, ob den Anlegern ein Direktanspruch aus den Mieteinnahmen der Container zusteht. Der bisherige Insolvenzverwalter erklärt, dass sämtliche Mieteinnahmen zunächst der Magellan Maritime Services GmbH zustehen. Zunächst muss geprüft werden, ob die Anleger überhaupt zu Eigentümern bzw. Miteigentümern an den Container geworden sind und ob diese der Insolvenzmasse angerechnet werden.

Möglichkeiten für betroffene Anleger

Anleger sollten ihre Forderungen form- und fristgerecht bis zum 18. Oktober anmelden. Im Fall der Insolvenzeröffnung könnten Anleger mit hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust rechnen. Betroffene sollten frühzeitig reagieren und anwaltlichen Rat hinzuziehen um mögliche Schadensersatzansprüche prüfen zu lassen und weitere rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen.

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