NOA Naturoel Aklam: Tochterunternehmen der KTG Agrar SE stellt Insolvenzantrag

NOA Naturoel Aklam: Tochterunternehmen der KTG Agrar SE stellt Insolvenzantrag
23.08.2016469 Mal gelesen
Welche Möglichkeiten haben Anleger gegen die insolvente KTG Agrar SE?

Seit über einem Monat befindet sich das deutsche Agrarunternehmen KTG Agrar GmbH im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und nun stellte am 17. August 2016 auch das Tochterunternehmen NOA Naturoel Anklam AG einen Insolvenzantrag am Amtsgericht Stralsund. Der Grund hierfür soll eine strittige Steuernachforderung sein.

Im Jahr 2000 wurde die KTG Agrar GmbH gegründet. Das  Unternehmen gehört zu den führenden Produzenten von Landwirtschaftserzeugnissen in Europa. Zu den Geschäftszweigen gehören erneuerbare Energien, Agrarrohstoffe und Lebensmittel. 2007 folgte  der Börsengang. Das Unternehmen firmierte 2013 in die Europäische Gesellschaft KTG Agrar SE. Zudem emittierte die Gesellschaft 2011 und 2014 die beiden Anleihen Biowertpapier II (WKN: A0DN1J) und Biowertpapier III (WKN: A11QGQ). Insgesamt sollen Anleger rund 342 Mio. Euro in das Agrarunternehmen investiert haben. Aufgrund des, vom Gericht stattgegebenen, Antrags auf Insolvenz in Eigenverwaltung plant das Unternehmen nun einen Restrukturierungprozess mit notwendigen Sanierungsmaßnahmen. Hierzu gehören in der Regel auch der Verzicht seitens Anleger auf Zinsausschüttungen oder Laufzeitverlängerungen. Nach eigenen Angaben der KTG Agrar SE hat das Unternehmen rund zwei Mio. Euro in die Tochtergesellschaft NOA Naturoel Anklam investiert und hält zudem 100 Prozent der Firmenanteile.

Aufgrund des Sanierungskonzepts könnten Anleger mit dem Ausbleiben der, im Oktober fälligen, Zinsauszahlung der Anleihe Biowertpapier III rechnen.

Welche Handlungsmöglichkeiten haben Betroffene?

Sowohl den Anlegern der Anleihen Biowertpapier II, als auch Biowertpapier III stehen ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Mit der Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens wird Ende August, Anfang September gerechnet. Im Falle eines Regelinsolvenzverfahrens sollten Anleger rechtzeitig ihre Forderungen beim zuständigen Insolvenzverwalter anmelden, ganz gleich ob nun wirksam gekündigt wurde oder nicht.

Drohender Totalverlust? Möglichkeiten für betroffene Anleger
Anleger könnten mit hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust rechnen. Betroffene sollten frühzeitig reagieren und anwaltlichen Rat hinzuziehen um mögliche Schadensersatzansprüche prüfen zu lassen und weitere rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen.

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