Hansa Treuhand HT Twinfonds: MS HS Bach im Regelinsolvenzverfahren

Hansa Treuhand HT Twinfonds: MS HS Bach im Regelinsolvenzverfahren
15.08.2016231 Mal gelesen
Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen noch für betroffene Anleger?

Am 1. August 2016 eröffnete das Amtsgericht Lüneburg das reguläre Insolvenzverfahren über die Schifffahrtsgesellschaft HS Bach mbH & Co. KG (Az.: 46 IN 41/16). Rechtsanwalt Sven-Holger Undritz fungiert auch weiterhin als Insolvenzverwalter. Rund drei Monate nach Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens könnten die Anleger nun mit finanziellen Verlusten ihrer Einlage rechnen.

Im Jahr 2008 legte das Emissionshaus Hansa Treuhand den HT Twinfonds für eine Mindestbeteiligung von 20.000 Euro auf. Die Hälfte der Investitionen des HT Twinfonds floss in die beiden Zielobjekte und Einschiffsgesellschaften MS HS Bach, sowie MS HS Bizet. Die Überkapazität der Schiffe und sinkende Nachfrage sorgte seit der Finanzkrise 2008 für rote Zahlen im Bereich Schiffsfonds. Im Jahr 2013 kam es bereits zu den ersten Schwierigkeiten, denn die Hansa Treuhand forderte 12 von 17 Prozent der Ausschüttungen zurück. Wirtschaftlich waren nahezu sämtliche Schiffsfonds betroffen und immer noch haben sie mit den Spätfolgen zu kämpfen. Mittlerweile ist die Gesellschaft MS HS Bach insolvent. Auch sie reiht sich nun in die Riege zahlreicher insolventer Schiffsfondsgesellschaften ein.

Am 16. Februar 2016 entschied der Bundesgerichtshof über die Zulässigkeit der Ausschüttungsrückforderungen der Hansa Treuhand (Az.: II ZR 348/14). Der BGH erklärte die Rückforderungen für unrechtmäßig, mit der Begründung, dass die Rückforderung von Ausschüttungen nur über eine eindeutige Regelung im Gesellschaftsvertrag zulässig sei. Nach § 172 Abs. 4 HGB bleibt die Haftung des Kommanditisten nur gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft bestehen, aber nicht gegenüber der Gesellschaft selbst. Demnach kann sich die Rückforderung von Ausschüttungen der Gesellschaft nur kraft Gesetzes oder vertraglichen Bestimmungen ergeben.

Handlungsmöglichkeiten von Betroffenen

Anlegern droht ein hoher finanzieller Verlust bis Totalverlust. Betroffenen wird dringend geraten rechtzeitig einen Anwalt hinzuzuziehen, der mögliche Schadensersatzansprüche geltend machen könnte. Grundlage der Schadensersatzansprüche könnte eine fehlerhafte Anlageberatung sein. Oftmals wurden Schiffsfonds als sehr sicher und gewinnbringend eingestuft, obwohl diese hohe Risiken für Investitionen bergen.

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