KTG Agrar SE: Hauptversammlung verschoben und noch keine konkreten Sanierungsmaßnahmen

KTG Agrar SE: Hauptversammlung verschoben und noch keine konkreten Sanierungsmaßnahmen
03.08.2016502 Mal gelesen
Könnten Aktionäre nun mit dem Totalverlust rechnen?

Die eigentlich am 26. August 2016 stattfindende Hauptversammlung der KTG Agrar SE wurde nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Eingeladen sind die Gesellschaftsaktionäre, also Inhaber der Aktiengesellschaft, nicht aber die Anleihe-Gläubiger. Für diese soll jedenfalls eine Gläubigerversammlung stattfinden. Am 4. Juli 2016 eröffnete das Amtsgericht Hamburg das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der KTG Agrar SE. Das Unternehmen plant eine Sanierung, bislang scheinen allerdings noch keine konkreten Pläne zu den Sanierungsmaßnahmen zu existieren. Gemäß § 270b Abs. 1 Satz 2 InsO muss spätestens drei Monate nach Antragsstellung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung der Insolvenzplan aufgestellt sein. Um insgesamt 18 Mio. Euro sollen rund 20.000 Anleger der Biowertpapier II und Biowertpapier III bangen. Welche Handlungsmöglichkeiten stehen Betroffenen zu?

Im Jahr 2000 wurde die KTG Agrar GmbH gegründet. Das  Unternehmen gehört zu den führenden Produzenten von Landwirtschaftserzeugnissen in Europa. Zu den Geschäftszweigen gehören erneuerbare Energien, Agrarrohstoffe und Lebensmittel. 2007 folgte  der Börsengang (ISIN: DE000A0DN1J4). Das Unternehmen firmierte 2013 in die Europäische Gesellschaft KTG Agrar SE. Zudem emittierte die Gesellschaft 2011 die Biowertpapier II-Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 250 Mio. Euro und im Jahr 2014 die Biowertpapier III-Anleihe (WKN: A11QGQ / ISIN: DE000A11QGQ1). Mit einem Volumen von 92 Mio. Euro wäre diese 2019 fällig und im Oktober stünde auch bereits die nächste Zinsauszahlung an. Nach dem vom Gericht stattgegebenen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung plant das Unternehmen nun einen Restrukturierungprozess mit notwendigen Sanierungsmaßnahmen. Hierzu gehören in der Regel auch der Verzicht, seitens Anleger, auf Zinsausschüttungen oder Laufzeitverlängerungen. Insbesondere Aktionäre sollten schleunigst handeln, da diese im Insolvenzverfahren zuletzt berücksichtigt werden. 

Welche Handlungsmöglichkeiten haben Betroffene?

Sowohl den Anlegern der Anleihen Biowertpapier II und III stehen ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Weiterhin bleibt es noch offen, ob die KTG Agrar SE das Unternehmen erfolgreich sanieren kann, oder ob letztlich doch ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet wird. Im Falle eines Regelinsolvenzverfahrens sollten Anleger rechtzeitig ihre Forderungen beim zuständigen Insolvenzverwalter anmelden, ganz gleich ob nun wirksam gekündigt wurde oder nicht.

Drohender Totalverlust? Möglichkeiten für betroffene Anleger
Anleger könnten mit hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust rechnen. Betroffene sollten frühzeitig reagieren und anwaltlichen Rat hinzuziehen um mögliche Schadensersatzansprüche prüfen zu lassen und weitere rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen.

Sie haben Fragen? Wir sind für Sie da.
Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben oder rechtliche Hilfe benötigen, rufen Sie uns einfach an oder nutzen Sie unseren kostenlosen Rückrufservice.

Die Anwaltskanzlei für Anlegerschutz, Bankrecht und Kapitalanlagerecht
Die IVA Rechtsanwalts AG ist eine auf den Anlegerschutz spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei, die bundesweit ausschließlich geschädigte Kapitalanleger vertritt. Aufgrund unserer konsequenten Spezialisierung auf das Kapitalanlagerecht und dadurch, dass wir ausschließlich für geschädigte Kapitalanleger tätig werden, bieten wir Anlegerschutz auf höchstem Niveau.

Für weitere Informationen oder Fragen stehen wir Ihnen auf www.anlegerschutz.ag gerne zur Verfügung.