Sparkasse Holstein - Swapvolumen in ungeahnter Größenordnung

31.07.2016422 Mal gelesen
Die Sparkasse Holstein ist offensichtlich ein wesentlich größerer Player am Swapmarkt als bisher vermutet. So hat die Sparkasse gleich mit zwei Landesbanken (Helaba u. LBBW) hochspekulative Zins und Währungswetten an den Mann gebracht. Die neue BGH Rechtsprechung könnte ihr nun zum Verhängnis werden

Die Sparkasse Holstein rudert bereits zum Thema negativ Zins zurück. Hat sie bis Anfang dieses Jahres noch vehement versucht Kunden eine neue Vereinbarung hinsichtlich variabler Zinsen mit einer Deckelung bei 0 % zu verkaufen, hat sie nach neuesten Erkenntnissen dies nun revidiert. Zumindest bei einigen Swapkunden.


Die Sparkasse Holstein die einer Vielzahl von Privat- und Geschäftskunden und Kommunen diese hochspekulativen Swaps verkauft hat und dies auch immer noch macht, könnte sich nach neuester Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs einer großen Anzahl von Schadensersatzprozessen ausgeliefert sehen. Wie der Bundesgerichtshof in seiner neuesten Entscheidung aus März 2016 entschieden hat, fehlt es in einem Dreipersonenverhältnis (Sparkasse, Landesbank und Kunde) grundsätzlich an der Konnexität.

Die Folge daraus ist klar. Die Bank hätte über einen Interessenkonflikt bzgl. des anfänglichen negativen Barwerts aufklären müssen. In den jüngeren Unterlagen aus den Jahren 2013-2015 finden sich in den Protokollen zumindest Hinweise über eine ca. Höhe. Allerdings auch ein Passus, dass die genaue Höhe erst nach Vertragsschluss mitgeteilt wird. Ob dies den Anforderungen des Bundesgerichtshofs ausreicht, dürfte fraglich sein.

Darüber hinaus sind andere entscheidende Aufklärungspunkte meistens nicht oder nur unzureichend erfüllt worden. Problematisch dürfte auch der Begriff "Aktives Zinsmanagement" sein. der Begriff an sich ist bereits irreführend, weil nach Aussage vieler gerechte in Deutschland mit dem Produkt Swap bereits keine Zinsen gemanaget werden können.

Insgesamt ist betroffenen Kunden anzuraten ihre Swapunterlagen von geeigneten Experten beurteilen zu lassen. In diesem Jahr verjähren tatgenau sämtliche Ansprüche aus Swpageschäften des Jahres 2006.


Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold der Swapkunden aus ganz Deutschland seit Jahren mit Erfolg vertritt, hat sich seit 2007 auf die erfolgreiche Durchsetzung von Swapansprüchen spezialisiert.

Gerne können Sie eine unverbindliche Ersteinschätzung persönlich, per Telefon oder per Email zu ihrem Swap erhalten.