Hansa Treuhand: HS Bach und HS Mozart im vorläufigen Insolvenzverfahren

Hansa Treuhand: HS Bach und HS Mozart im vorläufigen Insolvenzverfahren
03.05.2016307 Mal gelesen
Die beiden Schiffsfondsgesellschaften, MS HS Bach und MS HS Mozart, sind insolvent (Az.: 46 IN 41/16 und 42/16). Welche Möglichkeiten haben betroffene Anleger?

Am 29. April 2016 eröffnete das Amtsgericht Lüneburg das vorläufige Insolvenzverfahren über die Schiffsgesellschaften HS Bach und HS Mozart (Az.: 46 IN 41/16 und 42/16). Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Sven-Holger Undritz bestellt.

Im Jahr 2004 wurde das, 2002 erbaute, Containerschiff MS HS Mozart von der Fondsgesellschaft aufgenommen. Vier Jahre später trat noch das zweite Containerschiff, MS HS Bach, hinzu. Ende 2012 wurden 28 Prozent Ausschüttungen der MS HS Mozart vom Unternehmen ausgezahlt. Im Jahr 2013 kam es dann bereits zu den ersten Schwierigkeiten, denn die Hansa Treuhand forderte 20 Prozent der ausgezahlten Gelder zurück. Zudem beanspruchte die Fondsgesellschaft auch vom zweiten Schiff, MS HS Bach, 12 von 17 Prozent der Ausschüttungen. Ein erfolgloser Rettungsversuch kostete die Anleger weitere 8,5 Prozent. Die Überkapazität der Schiffe und sinkende Nachfrage sorgte seit der Finanzkrise 2008 für rote Zahlen im Bereich Schiffsfonds. Wirtschaftlich waren nahezu sämtliche Schiffsfonds betroffen und immer noch haben sie mit den Spätfolgen zu kämpfen.

Am 16. Februar 2016 entschied der Bundesgerichtshof über die Zulässigkeit der Ausschüttungsrückforderungen der Hansa Treuhand (Az.: II ZR 348/14). Der BGH erklärte die Rückforderungen für unrechtmäßig, mit der Begründung, dass die Rückforderung von Ausschüttungen nur über eine eindeutige Regelung im Gesellschaftsvertrag zulässig sei. Nach § 172 Abs. 4 HGB bleibt die Haftung des Kommanditisten nur gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft bestehen, aber nicht gegenüber der Gesellschaft selbst. Demnach kann sich die Rückforderung von Ausschüttungen der Gesellschaft nur kraft Gesetzes oder vertraglichen Bestimmungen ergeben.

Letztlich traf es dann auch die zwei Schiffsfondsgesellschaften der Hansa Treuhand. Nun reihen sich auch MS HS Mozart und MS HS Bach in die Riege zahlreicher insolventer Schiffsfondsgesellschaften ein.

Möglichkeiten der Anleger
Anlegern könnte ein hoher finanzieller Verlust drohen. Betroffenen wird dringend geraten einen Anwalt hinzuzuziehen, der mögliche Schadensersatzansprüche geltend machen könnte. Grundlage der Schadensersatzansprüche könnte eine fehlerhafte Anlageberatung sein. Oftmals wurden Schiffsfonds als sehr sicher und gewinnbringend eingestuft, obwohl diese hohe Risiken für Investitionen bergen.

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