Sparkasse Köln Bonn - Swaps als reine Spekulationsgeschäfte verkauft?

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27.02.2016367 Mal gelesen
In einem weiteren Verfahren vor dem Landgericht Köln hat der damalige Berater der Sparkasse Köln Bonn ausgesagt, dass er Swaps nicht zur Absicherung verkauft hat, sondern nur zur Zinssubventionierung.

In einem weiteren Verfahren vor dem Landgericht Köln hat der damalige Berater der Sparkasse Köln Bonn ausgesagt, dass er Swaps nicht zur Absicherung verkauft hat, sondern nur zur Zinssubventionierung.


Anlass des Rechtsstreits war erneut der Verkauf zweier Swaps (Zins- und Zins Währung Swap) im Zusammenhang mit einer SKR (Schnee Rente) Rente. Wie sich auch noch einmal in diesem Verfahren bestätigt hat, hatte die Sparkasse Köln Bonn eine aktive Vertriebsstruktur mit der Schnee Gruppe gebildet, um eine große Anzahl der Kunden von anderen Banken auf die Sparkasse Köln Bonn umzufinanzieren. Dabei wurden dann immer Swaps mit verkauft. Im Ergebnis haben die Kunden dadurch hohe sechsstellige Beträge verloren und die geplante Altersvorsorge fiel meistens ganz ins Wasser. Warum die Kunden Präsentationen mit "Aktiven Riskomanagment" als Überschrift erhalten haben, wenn diese Geschäfte reine Spekulationsgeschäfte waren, bleibt nach diesem Verfahren ein Geheimnis der Bank.

Die Kunden wurden oft mit den Worten geködert, dass die Sparkasse die Geschäfte beobachtet und die Kunden dann im Notfall informiert. Wie sich im jüngsten Verfahren herausstellte, fand die Beobachtung allerdings nur zu Gunsten der Sparkasse statt. Diese hatte nämlich Angst, dass bei zu hohen Verlusten der Kunde vielleicht nicht bezahlen könnte. Die Beobachtung fand folglich wohl nur im Interesse der Sparkasse statt.


Über den anfänglichen negativen Barwert wurde wohl aus obergerichtlicher Rechtsprechung wahrscheinlich nicht genug aufgeklärt. Über die Problematik eines negativen Zinses gar nicht. In den Verträgen wurde allerdings von Anfang an geregelt, dass der Kunde im Falle eines negativen Zinses diesen Betrag zu seinem vereinbarten Festzins mit bezahlen muss.


"Insgesamt kann die Beratung zu den Swapgeschäften nicht als ausreichend gewertet werden. Die wesentlichen Punkte dieser Geschäfte wurde aus meiner rechtlichen Ansicht nicht genügend erklärt." so Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold.


Einzelne Oberlandesgerichte vertreten zwischenzeitlich den Gedanken, dass ein Swap im Rahmen einer Finanzierung bereits nicht anlegergerecht ist und gar nicht erst hätte angeboten werden dürfen.

Betroffenen Swapkunden kann daher nur empfohlen werden, ihre Verträge von einem Experten überprüfen zu lassen. Insbesondere das Thema Verjährung wird in diesem Zusammenhang zu prüfen sein. In diesem Jahr verjähren alle Geschäfte Tagebau die im Jahre 2006 abgeschlossen worden sind.