Sparkasse Holstein Swaps - negativer Euribor und was der Kunde daraus machen kann

06.02.2016325 Mal gelesen
Der negative Euribor gibt einen neuen Angriffspunkt bei Swapgeschäften. Die ersten gerichtet bestätigen Beratungsfehler, wenn nicht bei Abschluss darauf hingewiesen worden ist, dass der Zinssatz negativ werden kann.

Zuletzt hat das Landgericht Köln in einem Urteil der dortigen Sparkasse einen Beratungsfehler bestätigt, weil keine Aufklärung im Jahr 2005 stattgefunden hat, dass der Zinssatz auch negativ werden kann. Hintergrund ist eine Vertragspassage die den Banken ermöglicht den negativen Zinssatz an den Kunden weiter zu reichen. Dadurch bekommt auch der einfache Zinsswap ein unendliches Verlustrisiko.

Das Gericht bescheinigt nicht nur einen Beratungsfehler, weil über dieses Risiko nicht aufgeklärt worden ist, sondern betont auch, dass die Verträge und sonstigen schriftlichen Unterlagen diesbezüglich sogar falsch sind.


Aus den Einzelabschlüssen können Zins Swap Kunden normalerweise ihre Zahlungen über die Laufzeit genau erkennen. Allerdings ist dort nicht der Fall enthalten, was passiert, wenn der Zinssatz negativ wird. Ab diesem Zeitpunkt verändern sich nämlich die Zahlungen zu Lasten des Kunden.

Die Swapkunden erhalten dadurch ein neues Angriffsmittel für gescheitere Swapverträge unabhängig von der Konnexität und einem anfänglich negativen Barwert.

Betroffenen Kunden kann daher nur angeraten werden, ihre Unterlagen von Experten überprüfen zu lassen. Besonders ist auf die absolute Verjährung von 10 Jahren zu achten.