Zinsswaps - Millionen Schäden bei Kunden durch Banken verursacht

01.12.2015151 Mal gelesen
Seit Jahren sind es überwiegend die Zins Währungs Swaps gewesen die die Gerichte beschäftigt haben. Seit ca. einem Jahr kommen verstärkt die Zins Swaps in Verruf, weil bei diesen Geschäften noch größere Verluste angefallen sind, als bei den meisten Zins Währung Wetten.Betroffene Kunden sollten ihre Unterlagen prüfen lassen und darauf achten, dass Geschäfte aus dem Jahr 2005 und 2006 in den nächsten Wochen der absoluten Verjährung unterliegen.

Seit Jahren sind es überwiegend die Zins Währungs Swaps gewesen die die Gerichte beschäftigt haben. Seit ca. einem Jahr kommen verstärkt die Zins Swaps in Verruf, weil bei diesen Geschäften noch größere Verluste angefallen sind, als bei den meisten Zins Währung Wetten.

Dies ist besonders brisant, weil Zins Swaps überwiegend als Zinsabsicherung durch die Banken verkauft worden sind. Die Banken haben um die gesetzlich begrenzte Zinsfestschreibung auf 10 Jahre (§ 489 BGB) zu umgehen, oft ein variables Darlehen mit Swaps verkauft. Dabei treten Geschäfte zwischen 10-30 Jahren Laufzeit auf. Was als angebliches Sicherungsgeschäft für den Kunden angepriesen worden ist, stellt sich oft als hochprofitable Zinswette für die Banken heraus.Will der Kunde sich bei dem aktuell niedrigen Zinsniveau von seiner Finanzierung lösen ist dies beim Darlehen kein Problem. Was bleibt ist das Derivat mit oft sechs bis siebenstelligen negativen Marktwerten, welche durch den Kunden abzulösen sind.

Schlimmer wird es noch durch den aktuell negativen Euribor Zins. Plötzlich hat der Kunde nicht nur einen völlig überteuerten Festzinssatz, sondern muss auch noch den negativen Euribor als Faktor X zusätzlich an die Bank bezahlen. Diese Klausel haben die Banken bereits in den Jahren 2005 und folgende in den Verträgen verankert.

Der Kunde wurde darüber nicht aufgeklärt. Das OLG Bamberg hat jüngst in einer Entscheidung festgehalten, dass diese Klausel nicht ausrechend aufklärt über das Risiko des negativen Euribor. Bei Verträgen ab 2009 ist auch die Problematik des Vorsatzes nicht gegeben.

Insgesamt haben die Kunden daher gute Chancen sich von diesen Verträgen zu lösen und können Ihren Schaden bei der Bank wiederholen. Auf jeden Fall sollten keine weiteren Zahlungen auf die Swaps geleistet werden und die Bank zur Rückzahlung der bereits geleisteten Zahlungen aufgefordert werden.

"Durch die Klausel in den Swapverträgen, dass Kunden den negativen Euribor zusätzlich ausgleichen müssen, bekommen Zins Swaps ein unendliches Verlustrisiko.Darüber hätten die Banken im Rahmen ihrer Beratung aufklären müssen. Die Bank hat hier jedenfalls ein vorsätzliches Organisationsverschulden, wenn sie ihre Berater nicht angewiesen hat, diesen Punkt in der Beratung anzusprechen." so Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold.

Besonders brisant wird das Thema seit einigen Tagen, weil durch eine Berichterstattung bekannt wurde, dass die Banken die Derivatmärkte angeblich manipuliert haben. Das heißt sie haben den Kunden eine Wette verkauft und anschließend mit "gezinkten Karten" gespielt.

Betroffene Kunden sollten ihre Unterlagen prüfen lassen und darauf achten, dass Geschäfte aus dem Jahr 2005 und 2006 in den nächsten Wochen der absoluten Verjährung unterliegen.