Immer mehr "Swapopfer" der Landesbank Baden Württemberg melden sich bei Rechtsanwalt Leipold

29.11.2015310 Mal gelesen
Anscheinend hat auch die Landesbank Baden Württemberg eine sehr große Anzahl an Swaps verkauft und dadurch Millionen Schulden bei ihren Kunden verursacht. Insbesondere Zinsswaps mit einer Laufzeit bis zu 30 Jahren wurden im Hause der LBBW verkauft.

Anscheinend hat auch die Landesbank Baden Württemberg eine sehr große Anzahl an Swaps verkauft und dadurch Millionen Schulden bei ihren Kunden verursacht. Insbesondere Zinsswaps mit einer Laufzeit bis zu 30 Jahren wurden im Hause der LBBW verkauft. Dabei dürfte es sich um eine Umgehung des § 489 BGB handeln. Der Gesetzgeber hatte extra im BGB verankert, dass eine Zinsbindung nicht länger als 10 Jahre andauern darf. Bei der Vergabe eines variablen Darlehens mit einem Zinsswap wird genau diese Schranke umgangen. Der Kunde kann zwar jederzeit aus seinem Darlehen aussteigen, muss aber den Swap die ganze Laufzeit weiter laufen lassen oder eine hohe "Vorfälligkeit" bzw. einen negativen Marktwert ausgleichen.

Darüber hinaus kommen die weiteren Punkte bei einem Swapgeschäft, welche bereits bis zum Bundesgerichtshof entschieden worden sind. So muss die LBBW bei Abschluss auf die besonderen Risiken eines Swaps hinweisen und den Kunden auf die gleiche Wissensebene stellen wie sich selbst. Dies dürfte in kaum einem Fall erfolgt sein. Eine Aufklärung über den anfänglichen negativen Barwert hat ebenso zu erfolgen, wie das Risiko eines negativen Euribor, wodurch auch ein Zinsswap ein unendliches Risiko bekommt.

Eine Verrechnung mit vorherigen gewinnbringenden Swapgeschäften hat der Bundesgerichtshof in seinem letzten Swapurteil aus April 2015 ausgeschlossen.

Insgesamt haben die Kunden der LBBW sehr gute Chancen ihren Schaden ersetzt zu erhalten. Wichtig ist das Thema Verjährung. Insbesondere bei den Geschäften aus 2005 und 2006 tritt in den nächsten Tagen die absolute Verjährung ein, so dass betroffene Bannkunden unbedingt kurzfristig verjährungshemmende Massnahmen ergreifen müssen.

"Die LBBW ist besonders auffällig beim Thema Laufzeit. 30 jährige Swapverträge sind wie russisch Roulette. Man weiß nie, wann es einen erwischt. Gewissheit hat man nur bei der Tatsache, dass es irgendwann explodiert." so Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael Leipold.