HypoVereinsbank Swapverträge- führt der negative Euribor zur vorsätzlichen Falschberatung?

09.09.2015193 Mal gelesen
Jetzt wird es offensichtlich. Der negative Euribor führt bei allen Swaparten zu einem unkalkulierbaren Verlustrisiko. Bereits in den Verträgen des Jahres 2005 gab es Klauseln, die den negativen Zins an den Kunden weitergeben. Vorsatz?

Wenn niemand die Entwicklung des Euribors vorhersehen konnte, stellt sich die Frage warum die HypoVereinsbank dieses Szenario bereits zum Nachteil ihrer Kunden in den Swapveträgen geregelt hat und in der Beratung nicht auf dieses Risiko eingegangen ist?

"Wenn eine Bank in Ihren Verträgen etwas zum Nachteil ihrer Kunden regelt, obwohl es sich nach eigenen Ausführungen, um ein rein theoretisches Risiko im Jahr 2005 gehandelt hat und die Berater in ihrer Präsentation diesen Punkt nicht erwähnen. Soll das wirklich Zufall sein? Ich glaube nicht." so Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael Leipold.

"Meiner Ansicht nach ist hier bewusst getäuscht worden. Der Kunde wurde um seinen Vorteil aus dem Darlehen gebracht. Was sonst als Vorsatz soll hier gegeben sein. Die Bank trifft ein Organisationsverschulden!" so Leipold weiter.

Tatsächlich hat der Bundesgerichtshof bereits im Jahr 2014 von einem Organisationsverschulden gesprochen, welches zu einem vorsätzlichen Handeln führt.

Betroffenen Swapkunden kann daher nur empfohlen werden, keine weiteren Zahlungen auf Swaps zu leisten und bereits getätigte Zahlungen im Rahmen von Schadensersatz zurück zu fordern.

Rechtsanwalt Leipold hat sich seit dem Jahr 2007 auf die erfolgreiche Durchsetzung von Ansprüchen aus gescheiterten Swapgeschäften gegenüber Banken spezialisiert.