Vermittlerhaftung bei der BWF Stiftung in Berlin

Vermittlerhaftung bei der BWF Stiftung in Berlin
04.06.2015517 Mal gelesen
Die Vermutungen um das verschwundene Gold der BWF-Stiftung füllen das Internet. Aber Vermutungen führen nicht weiter. Anleger sollten auf die Vermittlerhaftung setzen. Im BWF-Stiftungs- Fall gehen Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht von guten Chancen für die Anleger aus. Dabei kommt es auf die Prüfung des Einzelfalles an.

Anleger können auf die Anlegerschutzanwälten setzen und sich beraten lassen.  Die Durchsetzbarkeit einer Schadensersatzklage gegen einen Vermittler ist sehr  realistisch. Es ist erfolgreich zivilrechtlich gegen den Vermittler vorzugehen. Das bestätigen viele Urteile gegen Vermittler von Finanzprodukten. Die Anleger haben es oft einen Vergleich erzielt. Es gibt dann noch weitere Zahlungen aus den sichergestellten werthaltigen Sachen der BWF Stiftung.

Ein Vermittler muss auf Basis vorhandener Prospekte Produkte beraten. Er muss sich generell auf den Wahrheitsgehalt dieser Prospekte verlassen können. Aber er muss auch eigene Recherchen anstellen. Er muss eine  Schlüssigkeitsprüfung des Prospekts anstellen.

Es ist bedeutsam für die Thematik 'Vermittlerhaftung', ob es das BWF-Gold gibt oder ob es gefälschte Barren sind."Der Vermittler ist verpflichtet, derartiges zu prüfen.

Den Vermittler trift neben der Pflicht zur Plausibilitätsprüfung die Pflicht, bestimmte Wirtschaftzeitungen zeitnah auszuwerten. Hierzu gehören das Handelsblatt, die Börsenzeitung und die ehemalige Financial Times Deutschland.

Unter bestimmten rechtlichen Gesichtspunkten ist ein Vermittler gehalten, andere Informationsdienste zu studieren und Quellen aus dem Internet zu verfolgen.

Im Fall der BMF-Stiftung gab es während der aktiven Verkaufsphasen außer einem Prospekt und werbenden Aussagen u.a. von einem Verbraucherschutz-Anwalt im Internet Hinweise. Das Angebot war besonders reisserisch aufgemacht. Der Vermittler hatte wohl einen Grund, an der Seriosität des Angebotes zu zweifeln.

Die Existenz des Goldes ist relevant, wenn z. B. ein Vermittler eine Anlage nach einem negativen Prozessverlauf einer Anlegerklage rückabwickeln muss Zug-um-Zug gegen die Abtretung der Ansprüche des Anlegers gegen die Stiftung.

Dann mag es aus Sicht eines Vermittlers durchaus relevant sein, wie werthaltig seine erhaltenen Ansprüche sind, was damit korrelieren dürfte, wieviel (echtes) Gold nun tatsächlich vorhanden ist. Dann kommt es zum Schwur.

Betroffene Anleger können nicht abwarten. Wenn der Vermittler den Kontakt zu den eigenen Kunden sucht, ist besondere Vorsicht geboten.

Die Kunden sollten mit Anwälten drohen oder tatsächlich ein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht einschalten. 

„Im Zusammenhang mit dem Infinuskomplex gelang es Anwälten von Vermittlern  oftmals durch taktisches Vorgehen im Vorfeld eines drohenden Prozesses, eine Klage noch abzuwenden.

Damit werden Fakten geschaffen, die sich in einem Prozess gegen den Vermittler drehen können.

Im BWF-Stiftungs- Fall gehen Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht von guten Chancen für die Anleger aus. Dabei kommt es auf die Prüfung des Einzelfalles an.