Weiterer Schiffsfonds der Nordcapital Unternehmensgruppe insolvent: MS „Hanse Spirit“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG

Weiterer Schiffsfonds der Nordcapital Unternehmensgruppe insolvent: MS „Hanse Spirit“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG
17.02.2015253 Mal gelesen
Die Schifffahrtskrise zieht immer weitere Kreise. Im vergangenen August hat ein weiterer Schiffsfonds der Unternehmensgruppe Nordcapital Insolvenz anmelden müssen. Die MS „Hanse Spirit“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG war trotz Sanierungsversuch nicht zu retten.

Die Schifffahrtsgesellschaft MS „Hanse Spirit“, deren Unternehmensgegenstand der Betrieb des gleichnamigen Schiffes MS „Hanse Spirit“ war, wurde im Jahr 2007 aufgelegt. Schon früh zeigte sich, dass die angepriesenen Renditen nicht zu erzielen waren. Ursprünglich war eine Laufzeit von über 16 Jahren geplant; die früheste Kündigungsmöglichkeit sollte zum 31. Dezember 2023 bestehen. Diesen Zeitpunkt müssen die Anleger jetzt nicht mehr abwarten, da bereits im August 2014 unter dem Az.: 67 b EN 168/14 das Insolvenzverfahren über die Fondsgesellschaft eröffnet wurde.
Es besteht wenig Hoffnung für die Anleger ihr Geld -oder zumindest einen Teil davon- durch das Insolvenzverfahren zurückzuerhalten. Die Anleger haben sich als Kommanditisten an der Fondsgesellschaft beteiligt. Die gezeichnete Einlagesumme kann nur als nachrangige Insolvenzforderung im Insolvenzverfahren angemeldet werden. Ob überhaupt ausreichend Liquidität für die Gläubiger (insb. die finanzierende Bank) erzielt werden kann, bleibt fraglich.


Anleger der MS „Hanse Spirit“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG. sollten ihre Forderung aber nicht ohne Überprüfung möglicher Schadensersatzansprüche abschreiben sondern sich an eine im Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Anwaltskanzlei wenden um ihren Fall prüfen zu lassen.
Klärt der Vermittler im Rahmen des Verkaufsgesprächs nicht über die Risiken der von ihm empfohlenen Beteiligungen auf oder empfiehlt er ein Produkt, das nicht zu den Anlagezielen des Anlegers passt, haftet er oder das Unternehmen/die Bank für das/die er aufgetreten ist auf Schadensersatz. Geschlossene Beteiligungen wie die an der MS „Hanse Spirit“ sind unternehmerische Beteiligungen mit erheblichen Risiken. Der Anleger kann Teile oder sogar die gesamte Investitionssumme verlieren. Weiter ist er über die Laufzeit von in der Regel vielen Jahren an die Anlage gebunden. Eine Veräußerungsmöglichkeit bzw. ein geregelter Markt wie bei Aktien gibt es für geschlossene Beteiligungen gerade nicht sondern lediglich einen Zweitmarkt. Will sich der Anleger über diesen Weg von seiner Beteiligung lösen, muss er mit hohen Verlusten rechnen. Zudem sind Kommanditisten unter Umständen verpflichtet, bereits erhaltene Ausschüttungen zurück zu zahlen.


Über diese und weitere Risiken muss ein Anlageberater aufklären. Versäumt er dies, kann der Anleger über eine Schadensersatzklage möglicherweise die volle Investitionssumme zurückerlangen.
Tritt eine Bank als Vermittler auf, kann sich eine weitere Pflichtverletzung aus dem Verschweigen der Provisionszahlungen (Kickbacks) ergeben. Nach der Rechtsprechung des BGH sind Banken mit wenigen Ausnahmen verpflichtet, über den Erhalt einer Provision als solche und deren genaue Höhe aufzuklären. Anlegern ist oft nicht bewusst, dass neben dem Agio weitere Provisionen gezahlt werden.
Sollten Sie Zweifel daran haben, ordnungsgemäß beraten worden zu sein, empfiehlt sich daher zunächst eine Überprüfung Ihrer Ansprüche, bevor Sie die Beteiligung abschreiben.

IVA Rechtsanwaltsaktiengesellschaft - AG www.anlegerschutz.ag