Bad News from „60 London Wall“ (IVG EuroSelect 12 GmbH & Co. KG)

Bad News  from „60 London Wall“ (IVG EuroSelect 12 GmbH & Co. KG)
11.02.2015276 Mal gelesen
Fonds entwickelt sich deutlich schlechter als geplant

Über 6.000 Anleger hatten ab 2006 Anteile der IVG EuroSelect 12 GmbH & Co. KG gezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen geschlossenen Immobilienfonds, der in der Stadt London eine Investition in das Bürogebäude „60 London Wall“ ermöglichte. Die 1991 errichtete Büroimmobilie liegt in der Londoner City. Hauptmieter ist bis gegenwärtig 28.09.2016 das internationale Bankhaus ING Intermediate Holdings Ltd, eine 100%ige Tochter der ING Group N.V. (Amsterdam). Die ING Ltd. hat von der angemieteten Fläche rund ein Fünftel an die BNP Paribas untervermietet. Die übrigen Flächen sind an zehn Einzelhändler vermietet.
Die Entwicklung dieser Beteiligung ist bisher wenig positiv. Vielmehr befindet sich der Fonds in wirtschaftlicher Schieflage. In der Folge der Finanzkrise 2008 wurde auch der Büromarkt London stark betroffen. Daher wurde mitgeteilt, dass höhere Mietpreise für Büroimmobilien am Markt absehbar nicht realistisch durchsetzbar seien. Eine Reduzierung der Ausschüttungen wurde mit dem infolge der Finanzkrise verschlechterten Wechselkursrisiko begründet. Die im Kreditvertrag mit der BayernLB vereinbarte Beleihungsgrenze wurde erstmalig zum Jahresende 2009 unterschritten. Deswegen musste die Fondsgesellschaft Sondertilgungen von 8 Mio. GBP, eine Risikoprämie von insgesamt 2,1 Mio. GBP und zusätzliche Swap-Auflösungskosten leisten. Auch hatte sich der Wert der Immobilie in den ersten drei Jahren seit Ankauf um rund 50 Mio. GBP verschlechtert.
Insgesamt hat sich der Fonds deutlich schlechter entwickelt als ursprünglich geplant. Fraglich ist zudem, ob in 2016 eine Anschluss- oder Neuvermietung zu auch nur annähernd ähnlichen oder nicht eben doch schlechteren Konditionen gelingt. Anleger sollten daher neben einem Ausstieg auch etwaige Schadensersatzansprüche gegenüber Beratern juristisch überprüfen lassen.