Steuerkorrekturen beim Medienfonds VIP II – Anlegern drohen Nachzahlungen – Prüfung von Schadenersatzansprüchen

25.06.2008829 Mal gelesen

Wie das Handelsblatt in seiner Printausgabe vom 24. Juni 2008 berichtet, hat das Finanzamt für die Fondsgesellschaft VIP 2 geänderte Steuerbescheide für die Jahre 2002 und 2003 zum Nachteil der Anleger erlassen. Beteiligten drohen nun zum Teil erhebliche Steuernachzahlungen, die von den individuellen Einkommensverhältnissen und der Höhe der jeweiligen Beteiligung abhängen.

Das Ergebnis der erneuten Prüfung der Finanzbehörden ergab, dass die Verluste für VIP 2 - Produktionen teils im falschen Jahr geltend gemacht wurden. Zum Teil wird die Herstellereigenschaft des Fonds angezweifelt. Hintergrund der Untersuchungen waren die Strafverfahren gegen die ehemaligen VIP-Geschäftsführer. Es besteht laut Finanzbehörden der Verdacht auf Steuerhinterziehung zugunsten Dritter. Das Finanzamt München vertritt die Auffassung, dass die damaligen Geschäftsführer der Komplementärgesellschaft gegenüber den Finanzbehörden vorsätzlich unrichtige Angaben gemacht bzw. diese pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis gelassen haben. Von besonderer Bedeutung ist die steuerliche Anerkennung der Produktionskosten als Betriebsausgaben.

Die Fondsgesellschaft weist sämtliche Vorwürfe zurück. Nach Angaben des Handelsblatt hat die Geschäftsführung bereits Einspruch gegen geänderte Steuerbescheide eingelegt. Es stellt sich auch die Frage nach der Rechtmäßigkeit der erneuten Prüfung. Sofern der VIP Medienfonds 2 für die Jahre 2002 und 2003 bereits endgültig betriebsgeprüft war, ist eine „erhöhte Bestandskraft“ der geprüften Jahre gegeben. Die ursprünglichen Bescheide könnten nur geändert werden, wenn der Tatbestand der Steuerhinterziehung oder leichtfertige Steuerverkürzung erfüllt ist. Dazu genügt die einfache Behauptung der Finanzbehörden aber nicht.

Viel Zeit bleibt den Anlegern der VIP Medienfonds-Beteiligungen aber nicht. Ab der Kenntnis der Problematik könnte die dreijährige Verjährungsfrist zu laufen beginnen. Zur Vermeidung der Verjährung von Schadenersatzansprüchen sollten Beteiligte ihre Ansprüche durch spezialisierte Rechtsanwälte prüfen lassen. Insbesondere von Bedeutung ist hierbei, in welchem Zusammenhang und mit welchem Hintergrund den Gesellschaftern ihre Beteiligung angepriesen und verkauft wurde. Oftmals haben Berater und Vermittler weder über Besonderheiten, Risiken noch über das eigene Provisionsinteresse aufgeklärt, obwohl sie hierzu verpflichtet sind.

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