SEB ImmoPortfolio Target Return Fund: Urteile des BGH vom 04.2014 verbessert die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen

SEB ImmoPortfolio Target Return Fund: Urteile des BGH vom 04.2014 verbessert die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen
23.08.2014221 Mal gelesen
Positives Urteil für Anleger von offenen Immobilienfonds

Eine Vielzahl von offenen Immobilienfonds befindet sich aktuell in der Abwicklungsphase, so auch der SEB ImmoPortfolio Target Return Fund. Der Fonds wird nun bis zum Ende der Abwicklungsphase (31.05.2017) versuchen, die im Portfolio befindlichen Immobilien bestmöglich zu veräußern. Die dabei generierte Liquidität soll nach und nach an die Anleger Ausgezahlt werden. Wann und vor allem in welcher Höhe die Auszahlungen erfolgen, hängt im Wesentlichen von den mehr oder weniger erfolgreichen Immobilienveräußerungen ab.

Da in der Vergangenheit einige (vergleichbare) Fonds die Immobilien unter zeitlichem Druck verkaufen mussten, erfolgen die Immobilientransaktionen teilweise unter Wertgutachten. Dies beeinflusste den Anteilspreis negativ.

Möglichkeit Schadensersatz geltend zu machen
In Bezug auf mögliche Schadensersatzansprüche hat der BGH mit zwei Urteilen die Chancen, Schadensersatzansprüche erfolgreich geltend zu machen, verbessert. Der BGH hatte in zwei Fällen der Frage nachzugehen, ob die Tatsache, dass ein offener Immobilienfonds die Anteilsrücknahme aussetzen kann, aufklärungsbedürftig ist. Die Richter bejahten diese Frage und führten dazu aus: „Eine Bank, die den Erwerb von Anteilen an einem offenen Immobilienfonds empfiehlt, muss den Anleger ungefragt über das Bestehen der Möglich­keit einer Aussetzung der Anteils­rück­nahme durch die Fonds­gesell­schaft aufklären“, so der BGH in einer Mitteilungen zu den Urteilen. Die Bank hätte ihre Kunden darüber aufklären müssen, dass der (vermittelte) Fonds die Rück­nahme von Anteilen aussetzen kann, wenn dieser nicht ausreichend liquide Mittel hat, um alle Anleger auszuzahlen.

Die Urteile verbessern die Chancen der Anleger auf Schadensersatz merklich.
Der überwiegenden Anzahl von Kapitalanlegern wurde die Beteiligung an offenen Immobilienfonds als sichere Kapitalanlage empfohlen. Wie sich an den in der Abwicklung befindlichen Fonds jedoch erkennen lässt, ist dies nicht der Fall. Viele Anleger, die ihre Investition unter dem Aspekt der ständigen Verfügbarkeit ihres eingebrachten Kapitals getätigt haben, stehen nun auf verlassenem Posten. Doch auch hier gibt es Hoffnung.

Bundes­gerichts­hof, Urteil vom 29.04.2014 - XI ZR 477/12
Bundes­gerichts­hof, Urteil vom 29.04.2014 - XI ZR 130/13

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