Offene Immobilienfonds: Urteil des BGH 04.2014 - Commerzbank zu Schadenersatz verurteilt – Fachanwalt vertritt Anleger

Offene Immobilienfonds: Urteil des BGH 04.2014 - Commerzbank zu Schadenersatz verurteilt – Fachanwalt vertritt Anleger
15.05.2014345 Mal gelesen
Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) gibt Anlegern Hoffnung auf Schadensersatz

Zwei neue Urteile des BGH könnten es Anlegern erleichtern, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. So hat der BGH in zwei Entscheidungen (s.u.) die Commerzbank verurteilt, zwei Anleger zu entschädigen. In den zur Entscheidung gekommenen Fällen hatte die Bank nicht über die Tatsache aufgeklärt, dass offene Immobilienfonds den Rück­kauf von Fondsanteilen aussetzen können. Dass sich dieses für gering gehaltene Risiko in der Praxis realisieren kann, mussten viele Anleger selbst erfahren.

Den vor dem BGH klagenden Anleger wurden die Anteile am offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value als sichere Kapitalanlage mit guten Renditemöglichkeiten empfohlen. Weiterhin ermögliche die Anlage, so die Berater, von Steuererspar­nissen zu profitieren. Durch die Finanzkrise ausgelöst gerieten diverse offene Immobilienfonds, so auch die Morgan Stanley P2 Value, in finanzielle Schieflage. Als Folge des unerwartet hohen Rückgabeverlangens der Anteile seitens der Anleger setzte der Fonds die Anteilsrücknahe aus, so dass die Anleger ihre Anteile nur noch mit deutlichen Abschlägen an der Börse veräußern konnten. Wahrendessen verringerte sich der Wert der Anteile stetig weiter. Mittlerweile wird der Fonds aufgelöst.

Risikoaufklärung unterlassen
Nach Ansicht des BGHs hätte die Bank bzw. ihre Berater ihre Kunden darauf hinweisen müssen, dass der Fonds die Rück­nahme von Anteilen aussetzen kann, wenn dieser nicht ausreichend liquide Mittel hat, um alle Anleger auszuzahlen. „Eine Bank, die den Erwerb von Anteilen an einem offenen Immobilienfonds empfiehlt, muss den Anleger ungefragt über das Bestehen der Möglich­keit einer Aussetzung der Anteils­rück­nahme durch die Fonds­gesell­schaft aufklären“, so der BGH in seiner Pressemitteilung zu seinen Urteilen. Dies gelte ebenso für Fonds­käufe vor Ausbruch der Finanz­krise im Jahr 2008 und davor.

Informationspflicht verletzt? Gute Chancen für Anleger
Die beiden Urteile des BGH machen deutlich, dass Anleger, die nicht über die Möglichkeit der Aussetzung der Anteilsrücknahe aufgeklärt wurden, gute Chancen auf Schadensersatzansprüche haben. Betroffene Anleger werden vermutlich erstmalig durch die Medien über die Informationspflicht der Banken und deren Berater erfahren, sodass die Verjährung von Ansprüchen die Ausnahme darstellen dürfte.

Bundes­gerichts­hof Urteil vom 29.04.2014 - XI ZR 477/12
Bundes­gerichts­hof Urteil vom 29.04.2014 - XI ZR 130/13

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