Victory Medienfonds im Visier der Staatsanwaltschaft

07.10.20091594 Mal gelesen

Aktuell:

Berlin, den 07.05.2008: Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte vertritt in jüngster Zeit zunehmend Anleger, die ihre Steuerbelastung reduzieren wollten und mit hohen Verlustzuweisungsquoten zu einem Medienfonds-Beitritt geworben wurden.
Nunmehr müssen sie feststellen, dass nicht nur ihr angelegtes Geld in höchster Gefahr ist, sondern zu allem Übel auch noch das Finanzamt mit Forderungen an sie herantritt.
In den letzten Jahren sind mehrere Medienfonds Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen geworden und Gerichte haben gegen Fondsinitiatoren Haftstrafen ausgesprochen. Unter der Überschrift „Fahnder nehmen Victory Medienfonds ins Visier“ meldete am 05.05.2008 das  Handelsblatt in seiner Online-Ausgabe nunmehr einen neuen Fall für den Staatsanwalt. 

Die Victory Media Gruppe
Die Victory Media Gruppe wurde Anfang der 90er Jahre von Herrn Franz Landerer gegründet. Ihre Geschäftstätigkeit konzentriert sich auf die Finanzierung, Produktion und Vermarktung von Fernsehprogrammen im internationalen Bereich. Dabei handelt es sich vorrangig um Zeichentrickfilme und Fernsehserien. 

Insolvenz der Victory Media
Die Victory Media Gruppe gibt ihr Projektvolumen mit über 350 Mill. Euro an. Insgesamt 8500 Teilhaber hätten die Projekte unterstützt, denen letztlich der Erfolg versagt blieb.
Das Amtsgericht Kempten/Allgäu, Insolvenzgericht, eröffnete mit Beschluss vom 15.01.2007 (Az. IN 770/06) das Insolvenzverfahren über das Vermögen der VICTORY Media AG als der Dachgesellschaft der Victory-Media Fonds. Die Gesellschaft wurde dadurch aufgelöst. Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Dipl.-Kfm. Dr. jur. Marco Liebler, München, bestellt. Gegen Landerer und weitere Manager ermittelte seitdem die Staatsanwaltschaft. 

Anklage gegen Franz Landerer erhoben
Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat lt. Handelsblatt nunmehr Anklage gegen Franz Landerer wegen Steuerhinterziehung und Untreue erhoben. Aus Ermittlerkreisen verlaute, dass es sich um ein groß angelegtes Schneeballsystem handele. Der Initiator der Victory Medienfonds soll unberechtigt Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt und Gelder zwischen einzelnen Fonds verschoben haben. Einnahmen aus der Vermarktung von Filmen eines Fonds seien nicht an die Anleger ausgeschüttet worden, sondern an andere Fonds geflossen. 

Anlegern drohen Steuernachzahlungen
Den Anlegern der Victory Medienfonds droht nicht nur der Totalverlust ihres investierten Geldes. Sie müssen außerdem mit Steuernachzahlungen an das Finanzamt rechnen.
Kommt es zum Streit über die Absetzungsfähigkeit von Kosten, wird dieser Streit zwischen der Anlagegesellschaft und dem Finanzamt am Sitz der Gesellschaft ausgetragen. Wenn die Fondsgesellschaft mit Wirkung für alle Anleger die Auseinandersetzung führt, besteht für den einzelnen Anleger kein Handlungsbedarf. Wird jedoch der Grundlagenbescheid zu Lasten der Anlagegesellschaft geändert, geht dies auch zu Lasten der Anleger. Dann kann das Finanzamt am Wohnsitz des Anlegers einen geänderten Steuerbescheid mit einer Aufforderung zur Nachzahlung zusenden. Gegen einen solchen Nachforderungsbescheid kann man sich allerdings wehren. 

Medienfonds spätestens seit 2006 unattraktiv
Mit dem Gesetz zur Beschränkung der Verlustverrechnung im Zusammenhang mit sog. Steuerstundungsmodellen vom 22. Dezember 2005 wurde zum 1. Januar 2006 insbesondere die Attraktivität von Medienfonds eingeschränkt. Verluste aus diesen Fonds können nunmehr nur noch mit späteren positiven Einkünften aus derselben Einkunftsquelle verrechnet werden. 

Anlage auf Schadenersatzansprüche prüfen lassen!
Die Investition in einen Medienfonds ist eine spekulative Anlage, die im schlimmsten Fall zum Totalverlust der Einlage führen kann.
Wir raten deshalb allen Anlegern von Medienfonds, die bei Zeichnung ihres Fondsanteils nicht über die allgemeinen Risiken von Fondsanlagen sowie die speziellen Risiken von Medienfonds aufgeklärt wurden, anwaltlichen Rat in Anspruch zu nehmen. Denn nach unserer Erfahrung haben die Vermittler oft nicht anleger- und anlagegerecht beraten.  

Unser Angebot
Sollten Sie von einem erheblichen Wert- oder gar Totalverlust Ihrer Geldanlage ausgehen und Steuernachzahlungen an das Finanzamt fürchten, dann lassen Sie sich von Kapitalanlegeranwälten beraten, die auf Medienfonds spezialisiert sind, um Schaden abzuwenden oder zumindest zu begrenzen.
Wir prüfen für 50 Euro sowohl Ihre Ansprüche als auch die Erfolgsaussichten Ihres Falles und sagen Ihnen, welche Kosten bei der Durchsetzung Ihrer Rechte auf Sie zukommen. Für rechtsschutzversicherte Anleger übernehmen wir die Deckungsanfrage. 

Lesen Sie auch unseren Artikel „Steuersparfonds – Sorgenfonds“.