Prokon - Genussrechte locken mit hohen Renditen - wie geht es weiter?

Prokon - Genussrechte locken mit hohen Renditen - wie geht es weiter?
16.01.2014275 Mal gelesen
PROKON laufen die Anleger davon. Insolvenz droht der PROKON. Schreiben verunsichern Anleger. Was sind Genussrechte genau? Was kann man tun? Anleger wollen kein Geld verlieren sondern die alternative Energie unterstützen.

PROKON laufen die Anleger davon. Insolvenz droht der PROKON. Schreiben verunsichern Anleger. Was sind Genussrechte genau? Was kann man tun? Anleger wollen kein Geld verlieren sondern die alternative Energie unterstützen. 

PROKON - Genussrechte locken mit hohen Renditen - viele Genussrechte sind riskant, die Transparenz ist ungenügend

PROKON - Genussrechte locken mit hohen Renditen - viele Genussrechte sind riskant, die Transparenz ist ungenügend. PROKON auf der Warnliste von Stiftung Warentest im Heft 11/2013.

Genussrechte locken mit hohen Renditen - viele Genussrechte sind hoch riskant, die Transparenz ist häufig ungenügend

Viele auf dem Grauen Kapitalmarkt verfügbaren Genussrechte sind hoch riskant. Die Transparenz ist dabei häufig ungenügend. Was müssen Anleger wissen und was kommt auf sie zu! Prokon ist aktuell sehr bekannt mit den Genussscheinen. 

Die Warnung der Stiftung Warentest vor dem Genussschein-Angebot des Windkraftspezialisten Prokon hat den Blick auf eine Anlageform gelenkt, die in Vergessenheit geraten ist.

Waren Genussrechte  - ein Hybrid aus Aktie und Anleihe -  früher eine beliebte Finanzierungsform von Banken, so haben sie in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. An der Börse Stuttgart etwa waren vor fünf Jahren mehr als 100 Genussscheine gelistet, heute nur noch 46.

Die Anlageform ist jedoch keineswegs weg vom Markt, wie das Prokon-Angebot von 10 Millionen Euro an Genussrechten zeigt. Im Internet findet man eine Vielzahl von Genussrechts-Angeboten jedweder Größe. Die meisten Emissionen liegen im einstelligen Millionenbereich, manchmal sogar darunter.

Für Genussscheine wird auf dem grauen Kapitalmarkt in der Regel eine Grundverzinsung zwischen 6 und 7,5 Prozent geboten. Hinzu kommt fast immer ein gewinnabhängiger Bonus von meist 3 Prozent. Damit wird dann eine Rendite von 10 Prozent möglich.

Bei den Genussscheinen nicht immer zum Besten bestellt sind es allerdings die Kommunikation und Transparenz. Wer vom Unternehmen selbst keine hinreichende Auskunft erhält, dem bleibt zumeist nur der elektronische Bundesanzeiger im Internet.

Doch besteht bei Genussscheinen immer Hoffnung auf Besserung. Macht das Unternehmen wieder Gewinn, muss das Genussrechtskapital in aller Regel wieder aufgefüllt werden.

Da die meisten Genussscheine ohne Laufzeitende begeben werden, führt meist nur eine Insolvenz zum endgültigen Totalverlust. Dieser ist dann aber hoch wahrscheinlich. Fast immer sind die Scheine durch ihren Eigenkapitalcharakter gegenüber den Forderungen der Kredit- und Anleihengläubiger nachrangig. Somit bleibt meist nichts übrig.

Wer Genussrechte im Graumarkt erwirbt, geht damit ein mehrfaches Risiko ein.

- Erstens sind Genussrechte an sich eine riskante Anlageform.

- Zweitens ist nicht gewährleistet, dass es sich in jedem Fall um ein seriöses Angebot handelt.

- Drittens sind die Anlagen in den meisten Fällen nicht oder nur sehr schwer handelbar.

Manche Emittenten schließen eine Handelbarkeit sogar explizit aus. Oft werden Genussrechte als vinkulierte Namens-Genussrechte begeben. Daher ist für eine Übertragung die Zustimmung des Emittenten notwendig. Einige machen daraus noch ein Geschäft, indem sie für die Überschreibung Geld nehmen.

Was sind nun Genussscheine genau?

Ein Genussschein ist eine Anlageform zwischen Aktie und Anleihe. Er verbrieft wie eine Anleihe den Anspruch auf Zinsen und die Rückzahlung des Nominalwertes. Das Stimmrecht ist üblicherweise ausgeschlossen. Wie eine Aktie gewährt er dem Inhaber auch häufig das Recht, am Reingewinn einer Gesellschaft teilzuhaben, nimmt aber andererseits auch am Verlust durch eine Verringerung des Rückzahlungsanspruchs teil. Der Verlust kann bei späteren Gewinnen des Emittenten wieder aufgeholt werden.

Im Insolvenz- bzw. Liquidationsfall sind die Rückzahlungsansprüche der Ge- nussscheininhaber zumeist gegenüber aller anderen Gläubiger nachrangig.

Anleger sollten sich wegen der Entwicklung bei Prokon fachanwaltlich beraten lassen. Anleger sollten sich bei Verlusten oder mangelnder Informationen an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalanlagerecht wenden. Es sollten Schadenersatzansprüche geprüft werden.