Schnäppchenjagd nach Schiffen - die Schiffsfondsanleger bleiben auf der Strecke! Was tun?

Schnäppchenjagd nach Schiffen - die Schiffsfondsanleger bleiben auf der Strecke! Was tun?
29.09.2013870 Mal gelesen
Schnäppchenjagd nach Schiffen - die Schiffsfondsanleger bleiben auf der Strecke - aber Norddeutsche Unternehmen suchen ihre Chance in der Krise!

Schnäppchenjagd nach Schiffen aus Schiffsfonds

Eine Investition in Schiffe galt in den vergangenen Jahren nicht als empfehlens- wert. Rund 300.000 deutsche Anleger in Schiffsfonds haben seit Beginn der Schifffahrtskrise im Jahr 2009 Geld verloren. Das Vertrauen in die einst populäre Anlageklasse ist massiv erschüttert, jedenfalls bei Normalbürgern, die einen sicheren Hafen für ihr Geld suchen. Profis allerdings wittern die Chance, jetzt mit Schiffen richtig Geld zu verdienen. Gebrauchte Frachter mit wenigen Jahren Laufzeit sind zu Schnäppchenpreisen zu haben. Die Schiffsfondsbeteiligten sin ddie Dummen!

Dieser Tage gab die Rickmers Gruppe des Hamburger Reeders Bertram Rickmers ein Projekt mit der US-Kapitalgesellschaft Apollo ( "Heuschrecken") bekannt. Sie gründeten in Singapur ein Gemeinschaftsunternehmen für den Kauf gebrauchter Containerschiffe mit einem Investitionsvolumen von 500 Millionen Dollar. Die Rickmers Gruppe hatte in der ersten Jahreshälfte eine Anleihe begeben und damit 175 Millionen Euro vom Kapitalmarkt eingeworben. Sie steuert nun 100 Millionen Dollar zum neuen Unternehmen bei. "Diese Zusammenarbeit ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, den wir eingeschlagen haben, um eine Reihe von Möglichkeiten für Investitionen und Wachstum zu entwickeln", sagte Ronald Widdows, Vorstandschef der Rickmers Gruppe und früher Chef der Reederei NOL in Singapur. Die Rickmers Gruppe will die Schiffe, die aus dem Gemeinschaftstopf finanziert werden, auch betreiben.

Schnäppchenschiffe beflügeln die Fantasie vieler Reeder. Die Preise für gebrauchte Schiffe ( Container und Tanken) sind am Boden. Die Zinsen für Kredite auch.

Wer jetzt kauft, steigt zu komfortablen Bedingungen ein. Denn aussteigen müssen nach wie vor viele, vor allem durch Zwangsversteigerungen nach Insolvenzen von Schiffen, deren Fonds überschuldet sind. in flächendeckender Ausverkauf gebrauchter Schiffe findet sicher nicht statt, sagte ein Hamburger Insider. Einige Unternehmen versuchen jetzt, ihre Chance zu nutzen.

Besonders griechische Reeder, die traditionell mit sehr gutem Gespür zu Niedrigst-preisen einkauften, übernähmen derzeit Containerschiffe von vormals deutschen Eignern. Das Problem am Schifffahrtsmarkt dabei ist: Solange gebrauchte Schiffe nicht verschrottet und damit endgültig vom Markt genommen werden, sinken auch die Überkapazitäten in bestimmten Schiffsklassen kaum.

Die Oltmann Gruppe im ostfriesischen Leer setzt auf günstige Gebrauchte: Schon elf Zweitmarktfonds hat das Finanzierungsunternehmen seit dem Jahr 2000 aufge- legt. In diesem Jahr wurden vier Frachter zu "Krisenpreisen" übernommen.

Weiter werden Unternehmen gegründet, die Schiffe von Banken übernehmen, die die Kredite mit Schiffshypotheken aus dem Büchern haben wollen. Dazu zählen die norddeutsche HSH Nordbank und die Commerzbank.

Anders als bei den früher in Deutschland gängigen Schiffsfonds setzt man bei dem neuen Fonds nur auf das Eigenkapital von Anlegern, die sich mit mindestens 20.000 Euro beteiligen. Fremdkapital von Banken sei nicht im Spiel. Hier wäre auch kein Kapital zu bekommen, weil diese sich vom Markt für Schiffsfonds verabscheidet haben.

Anleger sollten sich bei Ihrem Ausstieg aus dem Schiffsfonds unbedingt durch Fachanwälte für Bank- und Kapitalanlagerecht beraten lassen.

Quelle: Olaf Preuß DIE WELT, Praxishandbuch Schiffsfonds - erscheint Januar 2014 bei De Gryter