Ist es wirklich Zufall, dass die HypoVereinsbank immer wieder wegen Swapverträgen verklagt wird?

Ist es wirklich Zufall, dass die HypoVereinsbank immer wieder wegen Swapverträgen verklagt wird?
23.07.2013491 Mal gelesen
Die Gerichtsverfahren vor Landgerichten in ganz Deutschland gegen die HypoVereinsbank wegen Verlusten aus Swapgeschäften nehmen immer weiter zu. Ist dies wirklich Zufall, oder gab es hier eine gezielte Verkaufskampagne? Geschädigte Anleger berichten von Massenemails und gezielten Telefonanrufen.

Die Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbh mit Sitz in München, Frankfurt und Hamburg vertritt alleine über 100 geschädigte HypoVereinsbank Kunden in Verfahren wegen hohen Verlusten aus Swapverträgen.

Bemerkenswert sind dabei die Aussagen geschädigter Bankkunden von Hamburg bis nach Rosenheim. Unabhängig von einander berichten die geschädigten Kunden, dass ihnen die Wettgeschäfte als besonderes Angebot nur für "VIP Kunden" angeboten worden sind. Die Kunden berichten weiter, dass laut Aussage der Berater, eigentlich keine Verluste eintreten könnten. Maximal in Höhe der zu erwartenden Zinszahlungen. Sollten tatsächlich Verluste auftreten, könnte man die Geschäfte beliebig verlängert werden, um die Verluste nicht zu realisieren.

Hinsichtlich der Bezugsgröße wurde meistens mitgeteilt, dass diese Geschäfte erst ab einer Größenordnung von Euro 250.000,00 und mehr getätigt werden können.

"Oft wurden Veranstaltungen wie Weinproben im Raum Würzburg oder Fussballspiele in der Allianzarena genutzt, um die Geschäfte an die besonders guten Kunden zu verkaufen." berichtet Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold der mit einem Dreierteam in der Kanzlei bereits seit einigen Jahren ausschließlich swapgeschädigte Anleger vertritt.

Zunächst hat die HypoVereinsbank nur Payer Swaps verkauft. Später kamen Cross-Currency-Swaps und Currency Related Swaps hinzu. Alle Geschäfte zeichnen sich durch ein extrem hohes Verlustrisiko aus. Bei den übergebenen Analysebogen wurde bei Risikobereitschaft der Punkt "spekulativ" meist maschinell bereits durch die Bank vorausgefüllt und dem Kunden mitgeteilt, dass müsste so sein, berichten fast alle Anleger einheitlich.

Auffalend ist auch, dass die Anzahl der Berater in ganz Deutschland sehr begrenzt war. Diese kamen aus den Swapzentren der HypoVereinsbank Hannover, Frankfurt, Würzburg, Nürnberg, Regensburg, Ingolstadt, München und Rosenheim.

Den Schilderungen aller Kunden der HypoVereinsbank kann man entnehmen, dass diese Swapgeschäfte jedenfalls im großen Stil mit immer den selbsen Schlagworten und Unterlagen vertrieben worden sind.

Die Gerichte sehen dieses Vorgehen und vorallem die Art der Aufklärung sehr kritisch, so dass die HypoVereinsbank und andere Banken in allen Instanzen bereits Verfahren verloren haben.

Betroffenen Anlegern kann daher nur empfohlen werden, ihre Unterlagen überprüfen zu lassen und keinesfalls Vergleiche ohne einen Rechtsanwalt mit der Bank abzuschließen.