Riesenrad Projekt Singapore Flyer- ABN Amro Vergleichsangebot für Anleger zu niedrig?

Riesenrad Projekt Singapore Flyer- ABN Amro Vergleichsangebot für Anleger zu niedrig?
18.06.2013603 Mal gelesen
Das Singapore Projekt Singapore Flyer eins von mehreren Riesenradprojekten weltweit ist nun ebenfalls gescheitert und in Folge für deutsche Anleger erneut ein Verlust ihrer Anlegergelder. Der niederländische Finanzkonzern bietet nun 65 % pauschal als Schadensersatz in einem Schreiben an die Anleger.

Erneut stellt sich eine vermeintlich lukrative Geldanlage in Form eines geschlossenen Fonds, als riesen Geldverbrennungsmaschine für deutsche Anleger dar. Außer einem schönen Hochglanzprospekt und ein paar Schreiben ist nichts übrig vom eingesetzten Kapital. Wurden deutsche Anleger wieder einmal von Initiatoren eines geschlossenen Fonds geprellt?

Im Ergebnis ja, denn das Projekt hatte von Beginn an enorme Risiken. Nun bietet die ABN Amro, welche die Anlage hauptsächlich über ihre Tochter die Bethmann Bank vertrieben hat in einem Schreiben den Rückkkauf der Anteile zu 65 % des ursprünglichen Wertes. Im Ergebnis eher nicht zufriedenstellend und eher als Schuldeingeständnis der Bank zu werten.

"Wenn eine Bank freiwillig 65 % bietet für eine gescheiterte Geldanlage, kommt das einem 100 % Schuldeingeständnis gleich." so Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold aus der Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit Sitz in München, Frankfurt und Hamburg.

Bei der Beratung zu einer geschlossenen Beteiligung muss eine Bank strenge Aufklärungsregeln beachten. Ist dies nicht erfolgt, haftet sie nach aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für die mangelnde Beratung.

Sollte diese Anlage wie in einigen Fällen als Teil der Altersvorsorge oder als sichere Anlage angeboten worden sein, handelt es sich gar um eine vorsätzliche Falschberatung. Aus diesem Grund kann nur jedem Anleger empfohlen werden, seine Unterlagen von spezialisierten Rechtsanwälten überprüfen zu lassen. Keinesfalls sollten Anleger einfach das Vergleichsangebot der ABN Amro annehmen. Wie bereits oben ausgeführt ist ein Angebot von 65 % grundsätzlcih bereits als Schuldeingeständnis anzusehen. Im Wege eines Gerichtsverfahrens werden 100 Prozent der Anlagesumme eingeklagt und für den Fall einer Falschberatung sollte die Rückabwicklung durchgesetzt werden. Bei einer Falschberatung gibt es jedenfalls keinen Grund der beratenden Bank 35 % des eingesetzten Kapitals zu schenken.