Gesellschafterversammlung der Deutschlandfonds: Neue Fondsgesellschaft "German City Real Estate Portfolio KG"

12.12.20073039 Mal gelesen

Berlin, 12.12.2007: Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte informiert Anleger der beiden Deutschlandfonds über die Gesellschafterversammlung vom 28.11.2007.



Gesellschafterversammlung in München

In München fand am 28.11.2007 die Gesellschafterversammlung der DFO GmbH & Co. Deutschlandfonds KG (vormals: DBVI GmbH & Co. Deutschlandfonds KG) und der DFO GmbH & Co. 2. Deutschlandfonds KG (vormals: DBVI GmbH & Co. 2. Deutschlandfonds KG) statt. Diese Veranstaltung wurde von den Anlegern der beiden Deutschlandfonds vor allem wegen der Stellungnahme der Fondsgeschäftsführung zur Zukunft der Fonds mit Spannung erwartet.



Zur Erinnerung: Immobilienverkäufe waren geplant
Auf der außerordentlichen Gesellschafterversammlung der beiden Deutschlandfonds am 23.05.2007 hatte die Fondsgeschäftsführung die Anleger der Fonds über die Absicht informiert, den kompletten Immobilienbestand beider Deutschlandfonds bis zum 30.06.2007 zu veräußern. Dem ging der Verkauf der werthaltigsten Immobilie, der „Corsopassage“ in Dortmund, am 22.12.2006 für 39 Mio. Euro voraus. Der Geschäftsführer der Deutschlandfonds, Alexander Grau, hatte auf der außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 23.05.2007 als Folge des Abverkaufs aller Fondsimmobilien noch von der möglichen Liquidation der Deutschlandfonds gesprochen.



Fondsimmobilien in neue Fondsgesellschaft eingebracht
Die Fondsgeschäftsführung überraschte die Anleger auf der Gesellschafterversammlung vom 28.11.2007 mit der Information, dass alle Fondsimmobilien in eine neue Fondsgesellschaft eingebracht werden. Diese Gesellschaft firmiert als „German City Real Estate Portfolio KG“. An ihr sind die Deutschlandfonds mit 33 Prozent beteiligt. Daneben beteiligt sich die Comer Homes Group (London) mit 66 Prozent an der neuen Gesellschaft. Die Comer Homes Group investiert 86 Mio. EUR in die German City Real Estate Portfolio KG, was laut vorhandener Wertgutachten dem derzeitigen Verkehrswert der verbliebenen Fondsimmobilien entsprechen soll. Alle aufgrund des Ausstiegs der DBVI AG aus den Deutschlandfonds im Jahre 2006 auf den Fondsimmobilien lastenden Kredit-Altschulden sollen nach Aussage der Geschäftsführung der beiden Deutschlandfonds mit Hilfe des von der Comer Homes Group investierten Kapitals getilgt werden können. Folge dessen wäre die Entschuldung der Deutschlandfonds und die Lastenfreiheit der Fondsimmobilien.
Dem Einstieg der Comer Homes Group ins Immobilienportfolio der Deutschlandfonds gingen Verhandlungen mit deutschen und englischen Investoren im Rahmen eines Bieterverfahrens voraus. Davon berichteten Alexander Grau als Geschäftsführer der Deutschlandfonds und Dieter Pape als Geschäftsführer der Procurator Treuhand GmbH ausführlich. Die Fondsgeschäftsführung kündigte an, im Protokoll zur Gesellschafterversammlung Anfang 2008 auch ausführlich zu den aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Invest der britischen Comer Homes Group zu berichten.



Auswirkungen der Neustrukturierung unklar
Welche konkreten Auswirkungen die neuerliche umfassende Neustrukturierung der beiden Deutschlandfonds und die Ein-Drittel-Beteiligung an der neuen Fondsgesellschaft auf die Anteilswerte der einzelnen Gesellschafter der Deutschlandfonds haben wird, bleibt abzuwarten. Die Fondsgeschäftsführung hat in Aussicht gestellt, im Jahr 2009 über die Wiederaufnahme von Ausschüttungszahlungen an die Anleger zumindest zu reden. Dabei muss berücksichtigt bleiben, dass nach wie vor der Verlust von Inhaberschuldverschreibungen bei der insolventen Privatbank Reithinger in Millionenhöhe droht, auch wenn die Fondsgeschäftsführung von der überwiegenden Werthaltigkeit der Inhaberschuldverschreibungen ausgeht.



Umwandlung der Fondsgesellschaft in börsennotierte REIT erwogen
Bei einer Verbesserung der Marktbedingungen zieht die Geschäftsführung der Deutschlandfonds in Erwägung, die Fondsgesellschaft in einen börsennotierten REIT umzuwandeln. Der Begriff „REIT“ steht dabei für „Real Estate Investment Trust“ und ist eine Kapitalgesellschaft, deren Hauptgeschäftsfeld im Regelfall darin besteht, Immobilien zu besitzen und/oder zu verwalten. Diese Unternehmen schütten einen Großteil ihres Gewinns als Dividende aus. In Deutschland wurden REIT’s im Jahr 2007 mit dem Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen eingeführt und sind damit börsennotierte Aktiengesellschaften. Sie tragen hierzulande den Namen „G-Reit“.