HVBFF Life Britannia GmbH & Co Erste KG (WealthCap) – Rückabwicklung der Fondsbeteiligung wegen Falschberatung

16.01.2013618 Mal gelesen
Berlin, den 16. Januar 2013. Unsere Mandanten haben uns beauftragt, die Rückabwicklung ihrer Beteiligung am HVBFF Life Britannia GmbH & Co Erste KG (WealthCap) wegen Falschberatung zu prüfen.

Der Fall
Unsere Mandanten erwarben im Jahre 2007 bei der HypoVereinsbank als langjährige Kunden Beteiligungen am HVBFF Life Britannia GmbH & Co Erste KG (Life Britannia 1). Ihr Anlageziel war Vermögensaufbau und Vermögenserhalt. Dies wurde auch ausdrücklich im Beratungsprotokoll vermerkt.

Der Fonds
Der Life Britannia 1 ist ein geschlossener Fonds des Initiators HVB Fondsfinance GmbH, der mittelbar über eine britische Limited Partnership bzw. LP in britische Kapitallebensversicherungen (sog. TEPs bzw. Traded Endowment Policies) investiert. Die Policen werden vom Fonds sowohl mit dem Geld der Anleger als auch mittels Krediten erworben. Die Anleger nehmen an der Wertentwicklung des Fonds durch den Handel bzw. die Fälligkeit der Policen teil.

Die Situation des Fonds
Inzwischen sind angesichts der jüngsten Meldungen von Life Britannia 1 erhebliche Zweifel an der Werthaltigkeit und den Perspektiven dieses Fonds angebracht. Denn der Geschäftsbericht für das Jahr 2011 prognostiziert bei einer angenommenen Wertentwicklung der Policen von 4,5% p.a., dass lediglich eine Rückzahlung der Kapitaleinlage (in GBP; Kommanditkapital in EUR umgerechnet mit dem prospektierten Wechselkurs von 0,6667 EUR/GPB) von 35-55% zum Laufzeitende erreicht werden könne.
Als Gründe für die negative Wertentwicklung werden von der Fondsgesellschaft die Auswirkungen der Finanzmarktkrisen und die damit einhergehenden Kursverluste angegeben. Deshalb stehe dem Fonds weniger Geld als prognostiziert zur Verfügung, so dass die Erträge aus den Ablaufleistungen primär dazu verwendet werden müssten, fällige Versicherungsprämien zu bezahlen und laufende Kosten zu decken. Für Ausschüttungen an die Anleger reiche das Kapital nicht.
Die schlechte Wertentwicklung belastet aber auch die Kreditfinanzierung, weil sich dadurch die Beleihungsgrenze - Verhältnis der Kreditschuld zum Wert der Kreditsicherheiten - verändert. Wird sie überschritten, so muss die Fondsgesellschaft Maßnahmen ergreifen, um die Kreditschuld soweit zurückzuführen, bis die Beleihungsgrenze wieder gewahrt ist. Das könnte z.B. die Kündigung und den Verkauf von Policen bedeuten.
Die aktuellen Probleme des Life Britannia 1 hängen mit dessen strukturellen und konzeptionellen Gegebenheiten zusammen. Das ist auch der Grund dafür, dass selbst die erhoffte Wertentwicklung von nur 4,5% p.a. keineswegs sicher ist. So könnte es für die Anleger durchaus noch schlimmer kommen.

Falschberatung und Rückabwicklung
Dieser Fonds hätte keinem Anleger empfohlen werden dürfen, dem mit einer Kapitalanlage vor allem am Vermögenserhalt gelegen war. Ist die Struktur und Konzeption einer Geldanlage das Risiko eines möglichen – und sei es auch nur teilweisen – Kapitalverlustes auf Seiten des Anlegers immanent, dann passt die Empfehlung dieser Kapitalanlage nicht mit dem Ziel eines Vermögenserhaltes zusammen.
Eine ordnungsgemäße anlegergerechte Beratung muss dem Anlageinteressenten die Risiken der Anlage umfassend und verständlich darlegen, so dass dieser in Kenntnis der Risiken eigenverantwortlich seine Anlageentscheidung treffen kann. Wird er hingegen über anlagewesentliche Risiken im Unklaren gelassen, liegt eine Falschberatung vor. Ob eine solche Risikoaufklärung erfolgt ist, muss im Einzelfall geprüft werden.
Eine Falschberatung kann auch dann vorliegen, wenn eine Bank ihren Kunden nicht darüber aufklärt, dass und in welcher Höhe sie selbst für die Empfehlung der Anlage eine Provision in Form einer sog. Rückvergütung erhält. Auch hier geht es darum, dass der Anlageinteressent in die Lage versetzt wird einzuschätzen, ob die Beratung vom Eigeninteresse der Bank am Erhalt der Provision dominiert sein könnte.
Bei einer Falschberatung oder einer unterbliebenen Aufklärung über die Rückvergütungen bestehen gute Erfolgsaussichten, die Fondsbeteiligung verlustfrei rückabzuwickeln.

 Ihr Ansprechpartner:
Marko Huth
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
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