Schiffsfondsinitiatoren können Schiffsfondsbeteiligte zu weiteren Investitionen ins Schiff zwingen - Nachschüsse werden gefordert!

01.01.2013301 Mal gelesen
Schiffsfondsinitiatoren können Schiffsfondsbeteiligte zu weiteren Investitionen ins Schiff zwingen. Viele Schiffsfonds brauchen frisches Kapital. Manchen Initiatoren gelingt es Schiffsfondsanlegern zum Nachschiessen von Kapital zu zwingen.

Viele Schiffsfondsanleger müssen befürchten, gegen ihren Willen Kapital in notleidende Schiffsfonds nachschießen zu müssen. Meistens handelt es sich um Rückforderung von gezahlten Ausschüttungen, manchmal auch um echte Nachschüsse bei Sanierungsplänen.

Schiffsfonds sind heute in der Form der Kommanditgesellschaft aufgelegt. Bei diesen haften die Schiffsfondsanleger nur mit ihrer Einlage. Die Nachschuss-möglichkeit  bringen die Fondsanbieter durch unklare Verträge ins Spiel.

Ob Nachschusspflichten oder Rückzahlungspflichten überhaupt bestehen, muss bei jedem Schiffsfonds im Einzelfall geprüft werden. Dazu sollten sich Schiffsfondsanleger eines Fachanwalts für Bank- und Kapitalanlagerecht bedienen.

In Gesellschafterverträgen kann ein Passus enthalten sein, dass die Gesellschafts-versammlung per Mehrheit einen Nachschuss beschleißen kann. Da Versammlungen schlecht besucht werden oder per Umlaufverfahren durchgeführt werden, kann bei einer Nichtteilnahme oder Enthaltung die Gefahr bestehen, dass ein Nachschuss beschlossen wird. Außerdem sind die Interessen von Kleinanlegern durchaus anders als von Großanlegern.

Leider werden Schiffsfondsbeteiligte von den Schiffsfondsinitiatoren oft vor die Wahl gestellt Ausschüttungen entweder zurückzuzahlen oder Geld nachzuschießen. Dabei haben sie keine Gewissheit, ob der Schiffsfonds gerettet werden kann oder doch in Insolvenz geht.

Besonders das Umfeld der Schiffe ist schwierig. So sind angeblich 2500 Schiffe über geschlossene Beteiligungen finanziert. Es haben sich ca. 300.000 Anleger daran beteiligt. Rund 800 Schiffsfondsbeteiligungen - ungefähr 20 Prozent aller in Deutschland registrierten Schiffe - befinden sich in finanziellen Schwierigkeiten. Mehr als 100 Schiffsfonds haben schon Insolvenz angemeldet - mit stark steigender Tendenz!

Noch ein letztes Wort zu den Nachschüssen. In der Praxis wird es wohl nie vorkommen, dass sich alle Schiffsfondsanleger einig sind, Nachschüsse zu leisten. Diese Entscheidungsproblematik kennt man schon von geschlosse- nen Immobilienfonds und Eigentümergesellschaften von Wohnungseigen-tumsgemeinschaften.

Schiffsfondsanleger sollten sich frühzeitig von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalanlagerecht beraten lassen.