Bundesfinanzminister Schäuble will Verbot von offenen Immobilienfonds

Bundesfinanzminister Schäuble will Verbot von offenen Immobilienfonds
15.08.2012529 Mal gelesen
Problematische Geldanlagen, wozu auch offene Immobilienfonds zählen, sollen nach dem Willen des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble verboten werden.

Ziel dieser Regulierung sei es, eine neue EU-Richtlinie umzusetzen. In Bezug auf geschlossene Immobilienfonds soll dieses Verbot nicht greifen.

Deutschland ohne offene Immobilienfonds? Nach dem Willen des Finanzministerium, ja. Dieses hat einen Entwurf zur Umsetzung einer EU-Richtlinie zur Regulierung alternativer Investments vorgelegt.

Sind bestehende offene Immobilienfonds betroffen?
Eine komplette Abschaffung von offenen Immobilienfonds sieht die Richtlinie nicht vor. Die Fonds, die bereits auf dem Markt platziert sind, soll es auch künftig weiterhin geben. Auf Anleger von bereits bestehenden offenen Immobilienfonds hat die neue EU-Richtlinie somit keine Auswirkungen. Diese müssen sich nach Angaben des Interessenverbands der Investmentfonds BVI keine Gedanken über Alternativen zu ihrem bestehenden Investment machen.

Was versteht man unter einem offenen Immobilienfonds?
Offene Immobilienfonds investieren das gesammelte Geld ihrer Anleger langfristig. Gleichzeitig wird Anlegern zugesichert, dass die Anteile jederzeit zurückgegeben werden könnte und daher über das Geld jederzeit verfügt werden könne. Das dies jedoch nicht immer der Fall ist und oftmals mit herben Verlusten einhergeht, ist vielen unbekannt.

Bei offenen Immobilienfonds erwirb der Anleger Anteile an einem Fonds. Dieser wiederum investiert durch das Fondsmanagement in verschiedene Immobilien mit dem Ziel, durch Wertsteigerungen und anschließenden Veräußerungen sowie Mieteinnahmen Profite zu generieren. Benötigen die Anleger ihr eingesetztes Kapital zurück, können sie ihre Anteile zurück geben. Eine Ausnahme davon besteht jedoch dann, wenn der Fonds aufgrund von Liquiditätsproblemen schließen musste.

Ursächlich für eine Schließung sind meinst zu wenig liquide Mittel, bzw. Kapital, um Anleger auszuzahlen. So gab es beispielsweise beim DEGI Europa in Folge der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahre 2008 einen Ansturm von Rückgabewünschen der Anleger, denen der Fonds nicht gewachsen war. Daher wurde für den Fonds im Oktober 2008 vorübergehend die Rücknahme von Anteilsscheinen ausgesetzt.

Aktuell in der Abwicklung befindliche offene Immobilienfonds sind u.a. der CS Euroreal, SEB ImmoInvest sowie der AXA Immoselect.

Hat die neue Regelung Auswirkungen auf geschlossene Immobilienfonds?
Verbraucherschützer hätten sich im Sinne der Verbraucher vorrangig ein Verbot von geschlossenen Fonds gewünscht. Bei geschlossenen Immobilienfonds nehmen die Anleger mit einem Investment die Stellung eines Mitunternehmers ein. Damit verbunden sind sämtliche unternehmerischen Risiken bis hin zum Totalverlust. Im Ergebnis sei diese Art von Kapitalanlage viel weniger für die Anleger geeignet, als offene Immobilienfonds, bei denen die Anleger – für gewöhnlich – wieder aussteigen könnten. 

Auswirkungen soll das neue Gesetzt aber auch für geschlossene Immobilienfonds haben. Abgeschafft werden soll beispielsweise das Risiko der Nachschusspflicht.

Wann ist mit einer Umsetzung der Richtlinie zu rechnen?
Die Umsetzung der Richtlinie muss bis Mitte 2013 erfolgen. Der Entwurf umfasst über 500 Seiten wobei sich Experten sicher sind, dass sich auch hier noch einiges ändern wird.

Bereits geschädigte Anleger von offenen Immobilienfonds
Für viele bereits geschädigte Anleger stellt sich auch weiterhin die Frage, wie es weiter geht. Entgegen der Teilnahme an einer langwierigen Abwicklungsphase gibt es noch weitere Möglichkeiten, die die Betroffenen nutzen können. Eine Option wäre der Verkauf der Anteile über die Börse. Dies ist jedoch mit anfallenden Gebühren und oftmals deutlichen Abschlägen verbunden. Ein Verkauf auf diesem Wege kann durchaus zu einem Kapitalverlust führen.

Eine weitere Möglichkeit, lediglich mit einem blauen Auge aus der Sache heraus zu kommen, ist die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen. So hat uns eine Vielzahl von Anlegern übereinstimmend berichtet, dass sie bei der Wahl der Kapitalanlage in Bezug auf das Risiko stets auf Sicherheit und eine ständige Verfügbarkeit ihrer Ersparnisse bedacht waren. Über die mit einer Investition verbundenen Risiken, speziell bei Offenen Immobilienfonds, wurden sie regelmäßig nicht aufgeklärt. Ein weiterer oft unbekannter Ansatzpunkt ist die Tatsache, dass Banken, Sparkassen sowie sonstige Berater Rückvergütungen dafür erhalten haben, dass sie den Fonds vermittelt haben. Da hier ein Interessenkonflikt droht, stellt dies eine Tatsache dar, über die man die Anleger hätte aufklären müssen. Im Wesentlichen lässt sich die Kernaussage der von uns vertretenen Anleger daraufhin zusammenfassen, dass sie bei Kenntnis der tatsächlich bestehenden Risiken keinesfalls in den Fonds investiert hätten.

Zusammenfassend ist betroffenen Anlegern zu empfehlen, mögliche Ansprüche durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht prüfen zu lassen.

Die IVA Rechtsanwalts AG berät Sie im Zusammenhang mit dem offenen Immobilienfonds. Wir prüfen in einer persönlichen Beratung, ob Sie mit Aussicht auf Erfolg Ihre Ansprüche durchsetzen können.

IVA Rechtsanwalts - Aktiengesellschaft
Willy - Brandt - Platz 13
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