Kurzfristige Veräußerung des Immobilienbestandes der beiden Deutschlandfonds beabsichtigt

25.05.20072517 Mal gelesen

Berlin, 25.05.2007: Am 23.05.2007 fand in Grünwald bei München eine außerordentliche Gesellschafterversammlung der DFO GmbH & Co. Deutschlandfonds und der 2. Deutschlandfonds KG (vormals der DBVI GmbH & Co. Deutschlandfonds und DBVI GmbH & Co. 2. Deutschlandfonds KG) statt. Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte hat zahlreiche Anleger auf dieser Versammlung vertreten.


Immobilienbestand beider Deutschlandfonds soll veräußert werden
Die Kernaussage der Veranstaltung ist, dass der komplette Immobilienbestand der beiden Deutschlandfonds bis zum 30.06.2007 – also innerhalb weniger Wochen – veräußert werden soll. Nach Aussage der Geschäftsführung sei dies der einzige Weg, um die Fonds aus der Krise herauszuführen. Schon der Verkauf der werthaltigsten Immobilie, der „Corsopassage“ in Dortmund am 22.12.2006 für 39 Mio. Euro, diente nach Aussage des Geschäftsführers Alexander Grau nur dazu, die Fonds überhaupt noch am Leben zu erhalten. Damit sollte etwas Zeit gewonnen werden, um den Verkauf des weiteren Immobilienbestandes „in Ruhe“ vorzubereiten. Mit diesem Geld seien lediglich die Banken vorübergehend ruhig gestellt worden. Rückständige Kreditzinsen, fällig gestellte Kreditforderungen und sonstige drückende Außenstände der beiden Fonds seien kurzfristig getilgt worden. So sei es gelungen, dass die Banken eine weitere „Schonfrist“ bis zum 30.06.2007 eingeräumt hätten. Sollten aber die Fondsimmobilien bis zu diesem Zeitpunkt nicht veräußert werden, drohe eine Zwangsverwertung durch die kreditgebenden Banken. Dann müsste mit erheblich weniger Erlösen gerechnet werden, so die Geschäftsführung. Daher sei ein umgehender Verkauf aller Immobilien unumgänglich.



Immobilienfonds ohne Immobilien?
Doch was sind Immobilienfonds ohne Immobilien? Und wie konnte es dazu kommen, dass nun die beiden Deutschlandfonds offensichtlich bereits im Jahr 2007 ohne Immobilien dastehen? Zwangsläufige Folge wird die kurzfristige Liquidation beider Fonds sein. Dies hat Alexander Grau auf der Versammlung auch durchblicken lassen. Er wäre dann Liquidator der beiden Deutschlandfonds. Für die meisten Anleger ein kaum nachzuvollziehendes Szenario.

Verhandlungen mit deutschen und englischen Investoren
Um den Verkauf aller Fondsimmobilien schnell vollziehen zu können, ist die Geschäftsführung der Fonds bereits in Verhandlungen mit deutschen und englischen Investoren getreten. Sechs seriöse Kaufangebote sollen den Fonds vorliegen. Das entsprechende Bieterverfahren sei in vollem Gange. Auf Nachfrage erteilte die Geschäftsführung und die Treuhänderin der Fonds allerdings keine Auskunft darüber, wer die Kaufinteressenten sind. Insoweit bestünde eine Geheimhaltungsverpflichtung.



Liquidation und Auseinandersetzungsguthaben
Kommt es nach dem Verkauf des gesamten Immobilienportfolios zur Liquidation, sei nach Aussage der Geschäftsführung mit einem Auseinandersetzungsguthaben von etwa 50 % für den Deutschlandfonds und etwa 30 % für den 2. Deutschlandfonds zu rechnen. Ob diese Werte tatsächlich realistisch sind, hängt jedoch entscheidend vom Verkaufserlös der Immobilien ab als auch davon, in welcher Höhe Verluste aus den Inhaberschuldverschreibungen beider Fonds bei der insolventen Privatbank Reithinger auflaufen.



Procurator in der Kritik
Zu allem Ungemach kam schließlich noch die massive Kritik an der Procurator Treuhand GmbH, der Treuhänderin der beiden Deutschlandfonds. Mehrere Anleger der Deutschlandfonds kritisierten, dass die Procurator Schreiben der Treugeber unbeantwortet lasse und nur äußerst spärlich informiere. Thematisiert wurde auch die Frage, ob die Procurator Treuhand GmbH für Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Beitritt der Anleger und der Vermittlung von Finanzierungsdarlehen verdeckte Provisionen erhalten hat. Dazu gab es keine Aussagen. Sollte dies aber tatsächlich der Fall sein, dürften sich erhebliche rechtliche Konsequenzen für die Procurator sowie für die finanzierenden Banken ergeben.



Fazit
Die Deutschlandfonds dürften in naher Zukunft nicht mehr existieren. Die Fondsimmobilien werden so bald als möglich verkauft, die Fonds liquidiert.
Die für die Anleger zentrale Frage, wie hoch ihr Auseinandersetzungsguthaben nach Abschluss der Liquidation ausfällt, kann keiner beantworten. Das dürfte allerdings nicht zuletzt davon abhängen, ob es der Geschäftsführung der Fonds gelingt, die Objekte so gut wie möglich zu veräußern. Wir werden die Vorgänge für unsere Mandanten genauestens beobachten und ihre Interessen wahrnehmen. Unser Ziel ist es, ihre Verluste so gering wie möglich zu halten.



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