Cumulus Fonds Nr. 1: Gansel Rechtsanwälte setzten außerordentliche Kündigung der Beteiligung vor Gericht durch

12.11.20101141 Mal gelesen
Berlin, den 12.11.2010: Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte hat einen weiteren Erfolg gegen den Immobilienfonds Neue Bundesländer No. 1 GdbR, Ludwigshafen am Rhein, vor dem Landgericht Frankenthal erstritten.

Der Fall
Unser Mandant hatte seine Beteiligung an dem Cumulus Fonds Neue Bundesländer No. 1 GdbR wegen arglistiger Täuschung durch den Vermittler und die Fondsinitiatoren außerordentlich gekündigt und sich zudem auf die unwirksame Vollmacht der Treuhänderin Hoffmann & Kuhlmann Steuerberatungsgesellschaft mbH wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz berufen. Die Fondsgesellschaft widersprach dieser Kündigung durch ihre Geschäftsführerin, die ALWOG GmbH. Daraufhin reichten wir eine Feststellungsklage beim Landgericht Frankenthal ein, um das außerordentliche Kündigungsrecht feststellen zu lassen.

Die Entscheidung
Das Gericht bestätigte die außerordentliche Kündigung der Beteiligung an dem Cumulus-Fonds. Es stellte fest, dass diese allein deshalb wirksam sei, weil bereits der Vertrag mit der Treuhänderin Hoffmann & Kuhlmann Steuerberatungsgesellschaft mbH wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz in der bei Abschluss des Vertrages geltenden Fassung nichtig sei. Nun ist die Fondsgesellschaft - die sich in der Vergangenheit hartnäckig geweigert hatte, dies zu tun - gehalten, das Auseinandersetzungsguthaben zu ermitteln, damit unser Mandant einen Schlussstrich ziehen und endgültig aus der Fondsgesellschaft ausscheiden kann. Der Fonds wird nun erstmals den aktuellen Wert seiner Immobilien ermitteln und offen legen müssen.

Landgericht Frankenthal, Urteil vom 15.09.2010 (noch nicht rechtskräftig)

Kommentar
Von dem Urteil können alle Anleger profitieren. Alle Gesellschafter des Cumulus Fonds Neue Bundesländer No. 1 - wie auch aller anderen Cumulus-Fonds - haben entgegen der Auffassung der Fondsgeschäftsführung das Recht zur außerordentlichen Kündigung. Allerdings müssen die Anleger dieses Cumulus-Fonds damit rechnen, dass das Auseinandersetzungsguthaben auch einen Minusbetrag ausweisen kann. Auch wenn ein negatives Auseinandersetzungsguthaben dazu führt, dass der Gesellschafter anstelle einer erhofften Auszahlung noch einmal an die Fondsgesellschaft zahlen muss, so ist er doch endgültig aus dem Fonds ausgeschieden. Allein dadurch beginnt seine fünfjährige Nachhaftungszeit für Schulden der Gesellschaft. All die Gesellschafter, die weiter im Fonds verbleiben, haften dagegen für sämtliche vorhandenen und in der Zukunft entstehenden Verbindlichkeiten des Fonds mit ihrem gesamten privaten Vermögen zeitlich unbegrenzt - bis zur vollständigen Abwicklung der Fonds oder ihrer Insolvenz. Vgl. dazu unsere Meldung "Cumulus "Immobilienfonds Neue Bundesländer No. 1 GdbR" - Bei drohender Insolvenz müssen Anleger mit Forderungen rechnen" (30.03.2010).

Alle durch uns vertretenen Anleger, die aus der Gesellschaft bereits ausgeschieden sind, werden mit unserer Hilfe ihren Schadensersatzanspruch wegen fehlerhafter Beratung einem möglichen negativen Auseinandersetzungsguthabens entgegen halten. Das Bestehen eines solchen Schadensersatzanspruchs wurde vom Pfälzischen Oberlandesgericht Zweibrücken in einem Parallelfall mit Urteil vom 07.06.2010 bejaht. Zu beachten ist aber, dass das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken in einem anderen Urteil aus dem Jahr 2009 entschieden hat, dass der Anleger sein Recht zur außerordentlichen Kündigung nicht unbefristet ausüben kann. Wir raten jedem Anleger zur außerordentlichen Kündigung der Beteiligung.

Unser Angebot: Kostenlose Ersteinschätzung
Für alle Cumulus-Anleger, die sich von ihrer Beteiligung trennen wollen, prüfen wir kostenlos die Erfolgsaussichten ihres Falles. Bevor sich Cumulus-Anleger des "Immobilienfonds Neue Bundesländer No. 1 GdbR" zu irgend etwas verpflichten bzw. etwas "freiwillig" leisten, sollten sie sich fachanwaltlich beraten lassen, um Schaden abzuwenden oder zumindest zu begrenzen. Wir sagen Ihnen individuell, was wir für Sie tun können.

Referenz
Wir sind eine der von der "Wirtschaftswoche" im Jahre 2009 ausgewiesenen "Top-Anlegerschutzkanzleien". Unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht vertreten bundesweit geschädigte Kapitalanleger.