Abmahnung Waldorf Frommer Rechtsanwälte wegen "Fantastic Four" i.A.d. Constantin Film

Abmahnung Waldorf Frommer Rechtsanwälte wegen "Fantastic Four" i.A.d. Constantin Film
25.11.2015103 Mal gelesen
Die Kanzlei Waldorf Frommer mahnt im Namen diverser Rechteinhaber Internetnutzer wegen des angeblichen Bereitstellens diverser Werke über bekannte Filesharingportale, wie BitTorrent, eMule oder Popcorn Time. Nachfolgend ein Überblick zu Verteidigungsstrategien und aktuelle Rechtsprechung.

Die Münchener Anwaltskanzlei Waldorf Frommer mahnt nach wie vor Internetanschlussinhaber wegen des sog. Filesharings ab.

Konkret wird den Anschlussinhabern vorgeworfen, über Filesharingportale wie z.B. BitTorrent Filme wie „Fantastic Four“ bereitgestellt und zum Download angeboten zu haben. Der Rechteinhaber ist hier die Constantin Film Verleih GmbH.

Fantastic Four ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm aus dem Jahr 2015. Die Comicverfilmung ist eine Neuverfilmung des Superheldenfilms Fantastic Four und basiert auf der Comicreihe Die Fantastischen Vier.

Was verlangt die Constantin Film Verleih GmbH?

1) Die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung (eine vorgefertigte liegt dem Schreiben bei) und

2) die Begleichung eines pauschalisierten Vergleichsbetrags von 815,00 €.

Es ist nun wichtig ruhig zu bleiben, und nicht vorschnell zu handeln, da genau dies durch Setzung kurzer Fristen gewollt ist. Vielmehr ist zu prüfen, was an den Forderungen überhaupt dran sein kann.

In vielen Fallkonstellationen haftet der abgemahnte Anschlussinhaber nicht für die vorgeworfene Urheberrechtsverletzung, da dieser den Verstoß gar nicht begangen hat (Keine Täterhaftung),

sondern vielmehr ein Dritter (Familienmitglieder, Mitbewohner, Freunde oder Bekannte). In diesen Fallkonstellationen bestehen einige Verteidigungsmöglichkeiten, um einer möglichen Haftung zu entgehen (Keine Störerhaftung).

Auch ist die Rechtsprechung nicht so eindeutig, wie es die Abmahner gerne darstellen.

Beispielsweise hat das Amtsgericht Flensburg die Klage des Rechteinhabers mit Urteil vom 28.07.2015(Az. 62 C 143/14) abgewiesen. Das Gericht verwies darauf, dass der Beklagte als Anschlussinhaber durch seine Darlegungen die zunächst bestehende Vermutung der Täterschaft hinreichend erschüttert hat. Der beklagte Familienvater gab in der Verhandlung an, dass nicht nur er, sondern sowohl seine Frau, als auch sein Sohn Zugang zu dem gegenständlichen Internetanschluss haben würden. Das reichte dem Gericht.

Der Richter wies darauf hin, dass es bereits ausreiche, wenn die Möglichkeit eines anderen Geschehensablaufes besteht. Dies ist hier der Fall, weil sowohl die Ehefrau wie der volljährige Sohn die vorgeworfene Handlung begangen haben könnten. Der Beklagte sei somit seiner sekundären Darlegungslast gerecht geworden.

Aus diesem Grund müsste der Rechteinhaber nachweisen, dass der Beklagte auch tatsächlich die „Tat“ begangen hat. Diesen Beweis konnte in der Verhandlung jedoch nicht erbracht werden, weil die Angehörigen sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht berufen haben. Hieraus dürfen jedoch keine negativen Schlussfolgerungen gezogen werden.

Welche Fragen sind nun zu erörtern?

1) Ist eine Unterlassungserklärung in meiner Fallkonstellation überhaupt abzugeben?

2) Ist in meiner Fallkonstellation der geforderte Betrag zu bezahlen, und wenn ja, in welcher Höhe?

Nutzen Sie keine Standardvorlagen aus dem Internet, denn jeder Fall ist aufgrund zahlreicher Konstellationen und vielfältiger Rechtsprechung einzeln zu betrachten. 

Dieser Tatsache werden/können eben solche Vorlagen in keiner Weise gerecht werden, insbesondere auch dann wenn nicht nur eine Person den gegenständlichen Internetanschluss nutzt (Untermieter, Kinder, Besucher, Verwandte usw.).

Es sei nochmals betont, dass insbesondere eine nicht auf Ihren Einzelfall verfasste Unterlassungserklärung lebenslang hohe finanzielle Unwägbarkeiten mit sich bringt.

Beachten Sie:

  • Ruhig bleiben!
  • Nicht die Fristen verstreichen lassen.
  • Nicht selbst in Kontakt mit der Kanzlei Waldorf Frommer treten.
  • Keine Unterlassungserklärung (insbesondere keine Standardvorlagen aus dem Internet) unterzeichnen.
  • Keine Zahlungen leisten.
  • Anwaltlichen Rat einholen!

Was kann ich als Rechtsanwalt für Sie tun?

Bei der Vielzahl der Konstellationen und möglichen Rechtsfolgen empfiehlt es sich, sich fachkundig beraten zu lassen.

Übermitteln Sie das vollständige Abmahnschreiben zusammen mit Ihrer Telefonnummer per E-Mail oder per Fax.

Das erste Beratungsgespräch ist kostenlos.

Wir besprechen hier die genauen Umstände ihres konkreten Einzelfalls, und bauen dementsprechend eine auf Sie passende Verteidigungsstrategie auf.

Ihr Rechtsanwalt Tawil

Mehr Informationen zu Abmahnungen finden Sie im Internet auf unserer Homepage www.abmahnungsberater.de.