Abmahnung RAe Waldorf Frommer für die Constantin Film Verleih wegen des Films "Fack Ju Göthe 2"

Abmahnung RAe Waldorf Frommer für die Constantin Film Verleih wegen des Films "Fack Ju Göthe 2"
17.09.2015204 Mal gelesen
Sie haben eine Abmahnung der Kanzlei Waldorf Frommer erhalten? Nachfolgend ein Überblick zu den Verteidigungsmöglichkeiten und neueste Rechtsprechung zur Stärkung der Rechte Abgemahnter. Beratung auch am Wochenende!

Die Münchener Kanzlei Waldorf Frommer versendet im Auftrag der Constantin Film Verleih Abmahnschreiben an Anschlussinhaber für das Hochladen und angebliches Bereitstellen von urheberrechtlich geschützten Werken über Portale oder Medien, wie eMule, BitTorrent oder Popcorn Time, zur Durchsetzung angeblicher urheberrechtlicher Ansprüche.


Es handelt sich hier um den aktuellen "Kassenschlager" "Fack Ju Göthe 2", einer deutschen Filmkomödie des Regisseurs und Drehbuchautors Bora Dagtekin aus dem Jahre 2015.

Worum handelt es sich in diesem Schreiben?

1) Wegen des angeblichen Verstosses soll nunmehr eine Unterlassungserklärung zugunsten des Rechteinhabers abgegeben werden.

2) Zum Ausgleich des Schadens und der entstandenen Anwaltskosten soll ein Betrag in Höhe von 815,00 €, alspauschalisierter Vergleichsbetrag, gezahlt werden

Auf jeden Fall muss an dieser Stelle vor unüberlegten "Schnellschüssen" Jeder Einzelfall sollte fachkundig geprüft und gegen die Abmahnung vorgeangen werden. Es bestehen Veteidigungsmöglichkeiten gegen derartige Schreiben.

Beispielsweise hat das Amtsgericht Düsseldorf eine Klage wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung mit Urteil vom 30.07.2015 (Az. 57 C 9677/14) abgewiesen. Das Gericht sah den Vorwurf des Filesharings über den Anschluss des Beklagten nicht als hinreichend erwiesen an.

Das Gericht teilte in seiner Urteilsbegründung mit, dass die bloße einmalige Feststellung der IP-Adresse noch nicht die tatsächliche Vermutung rechtfertigt, dass auch wirklich der zutreffende Anschlussinhaber ermittelt worden sei. Es gelte vorliegend nicht die tatsächliche Vermutung, dass die Ermittlung des Anschlusses zuverlässig und fehlerfrei erfolgt ist. Eine Ermittlungspanne sei nicht auszuschließen.

Soweit es sich um mehrfache Ermittlung des jeweiligen Internetanschlusses handele, sei dies möglicherweise etwas anderes. Dieser Fall ist vorliegend jedoch nicht gegeben.

Auch der Bundesgerichtshof hat des öfteren zum Thema Filesharing Stellung genommen:

In der sog. BearShare-Entscheidung wurde beispielsweise bestätigt, dass der Anschlussinhaber nicht für das Filesharing volljähriger Familienmitglieder haften muss.(BGH I ZR 169/12 – BearShare). 

Soweit die Familenmitglieder noch nicht volljährig sind, kommt eine Haftung nur in Frage, wenn der Anschlussinhaber selbige nicht darüber belehrt hat, dass das Filesharing über seinen Anschluss zu unterbleiben habe. Den Beweis hierzu muss der Rechteinhaber erbringen. (BGH, I ZR 74/12 – Morpheus).

Es ist auch wichtig sich klar zu machen, dass auch bei nachweislich unterbliebener Belehrung, nur eine Haftung des Anschlussinhabers im Raum steht, wenn die unterbliebene Belehrung auch in „direktem Zusammenhang“  mit der Rechtsverletzung gestanden hat.

Beachten Sie:

  • Ruhig bleiben!
  • Nicht die Fristen verstreichen lassen.
  • Nicht selbst in Kontakt mit der Kanzlei Waldorf Frommer treten.
  • Keine Unterlassungserklärung (insbesondere keine Standardvorlagen aus dem Internet) unterzeichnen.
  • Keine Zahlungen leisten.

Lassen Sie die geltend gemachten Ansprüche prüfen:

Ob also überhaupt bzw. in welchen Umfang ein etwaiger Anspruch des Rechteinhabers besteht, sollte daher stets individuell geprüft werden.

Hierzu übermitteln Sie das vollständige Abmahnschreiben zusammen mit Ihrer Telefonnummer

per E-Mail an [email protected] oder

per Fax an 030-88498451.

Das erste Beratungsgespräch ist kostenlos. Hier wird eruiert, wie das für sie bestmögliche Ergebnis erzielt werden kann.

Rechtsanwalt Sascha Tawil

Telefon: 030-30881292

Mehr Informationen zu Abmahnungen im Internet unter www.abmahnungsberater.de