Auch 2015: Abmahnungen von Sasse und Partner wg "Walking Dead" u. Waldorf Frommer wg diverser Serien und Filmwerken

Auch 2015: Abmahnungen von Sasse und Partner wg "Walking Dead"  u. Waldorf Frommer wg diverser Serien und Filmwerken
05.01.2015393 Mal gelesen
Sasse u. Partner mahnen zB einzelne Episoden der Serie "Walking Dead " ab. Auch Waldorf Frommer mahnt div. Serien, wie zB "The Simpsons" "The Originals" oder "Family Guy" und Filme wie zB „Der Richter – Recht oder Ehre" oder "Edge of tomorrow", ab. Beratung auch am Wochenende!

Worum gehts?

Den betroffenen Anschlussinhabern wird vorgeworfen über Tauschbörsen geschützte Werke zum Download angeboten zu haben.

Auch trotz des bereits seit Oktober 2013 in Kraft getretenen Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken, mahnen die bekannten Kanzleien derartige Verstöße unvermindert weiter ab.

Grund hierfür ist wohl unter anderem, da die angestrebte Decklung auf 155,30 € sich auf zu zahlende Anwaltsgebühren bezieht, und nicht auf etwaigen Schadenersatz, worauf sie die oftmals angebotenen "Vergleichsbeträge" beziehen.

Daher ist die angestrebte Durchschlagskraft dieses Gesetzes wohl zweifelhaft, da selbiges eben nur die Anwaltskosten betrifft.

Im Detail geht es aktuell bei den Kanzleien um folgendes:

  • Auftraggeber: WVG Medien GmbH, Senator Film und Splendid
  • Werke: Walking Dead, diverse Folgen, Tekken, I, Frankenstein, Hours -Wettlauf gegen die Zeit, Outpost 3 -Operation Spetsnaz, Wir sind die Millers, The Iceman, Silver Linings, The Last Stand und Side Effects.
  • 'Abmahner:Rechtsanwälte Waldorf Frommer
  • Auftraggeber: Universum Film, Tiberius Film, Tele München, Warner Bros, Tandem Communications, Sony Music Entertainment, Twentieth Century Fox und Studiocanal Gmbh wegen diverser Filme, TV-Serien oder Musik.
  • Werke:Serien, wie "Supernatural", 2 Broke Girls", "Shameless", The Originals", "Friends with better lives","Sons of Anarchy", "Family Guy","Sleepy Hollow", "The Originals", "Crazy Ones", "Crossing Lines", "Homeland", "Sons of Anarchy", "The Simpsons" oder "New Girl" und Filmen wie "Grace of Monaco", " Under The Bed", "Need for Speed", "Flug 7500 -Sie sind nicht allein", "Can a song save your life?", "Brick Mansions", "X-Men", "Her", „Planet der Affen: Revolution", "Need for Speed",  "24: Live another Day","Shameless",  "Godzilla", "Philomena" "Rio 2 -Dschungelfieber-", "Malavita - The Family", "Anabelle", „jOBS - Die Erfolgsstory von Steven Jobs","Spring Breakers", "96 Hours – Taken 2", „R.E.D 2", "Edge of tomorrow", "Nymphomaniac", "300: Rise of an Empire" "Die Todesliste -Nr. 1 stirbt", "Breathe In - Eine unmögliche Liebe-" "Die Unfassbaren-Now You See Me", „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“, "Byzantinum", "Olympus Has Fallen", "Redemption", "Tribute von Panem -Catching Fire-", "Escape Plan"  "Ender´s Game", "Fack Ju Göhte", "The Company You Keep - Die Akte Grant",  "Der Geschmack von Rost und Knochen", "3096 Tage" und "Killing them softly". Auch Musikalben wie "Bangerz" von Miley Cyrus, "Atlantis" von Andread Berg, „Tom Odell - Long Way Down" oder „Wo Es Beginnt" von Madsen und "Immer in Bewegung" von Revolverheld.

Neben der Zahlung in Höhe von 469,50 EUR bzw. 519,50 EUR (pro Folge einer Serie) oder 815 EUR (pro Film) (Waldorf Frommer) oder 800 EUR (Sasse und Partner) wird die Abgabe einer Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung begehrt.

Bezüglich der Kanzlei Sasse und Partner ist erkennbar, dass diese ihre "Vergleichsbeträge" nicht nach unten angepasst haben.

Grund warum die Kanzlei  bei dem gleichen Vergleichsbetrag, wie vor dem Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken bleibt . ist ua die Tatsache, dass die Anwälte die Decklung der Anwaltskosten basierend auf einen Streitwert von 1000,00 € gemäß § 97a Abs. 2 Satz 3 für nicht anwendbar hält.

Grund hierfür sei, dass aufgrund der Schwere des Verstoßes eine Anwendbarkeit unbillig wäre.

Grundsätzlich kann ein Schadensersatz nur dann vom Anschlussinhaber verlangt werden, wenn dieser selbst, also täterschaftlich geladen hat. Sind für den Upload andere, beispielsweise sonstige Familienmitglieder verantwortlich, besteht kein Schadensersatzanspruch, u.U. aber ein Anspruch auf Erstattung der Rechtsanwaltskosten. Diesbezüglich sollte der jeweilige Einzelfall beleuchtet werden.

Was ist zu tun?

  • Es kann nicht oft genug gesagt werden, dass unbedingt Fristen eingehalten werden müssen und Eigeninitiative hier ausnahmsweise fehl am Platz ist.
  • Kontaktieren Sie den Abmahner niemals selbst! Sondern schaffen Sie Waffengleichheit.
  • Die Wissens- und Machtverhältnisse zwischen den Anwälten, die sich den ganzen Tag praktisch ausschließlich mit Abmahnungen beschäftigen und Endverbrauchern sind einfach zu ungleich verteilt.
  • Deswegen gibt es spezialisierte Kanzleien, die sich ebenfalls ausschließlich mit dieser Materie befassen.
  •  Halten Sie sich auch fern von Halbwahrheiten und gut gemeinten Tipps und Vorlagen für Erklärungen in sog. Internetforen. Dies kann erfahrungsgemäß ein teures Nachspiel haben. Anwaltliche Hilfe ist gerade im Urheberrecht angezeigt.
  •  Soweit sie nachweislich selbst die angebliche Urheberrechtsverletzung nicht begangen haben, sondern jemand Drittes, ist der geforderte Schadenersatz ggf. nicht zu leisten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist jedoch die entsprechende Vorgehensweise erforderlich!

Das bedeutet für Sie:

  • Nicht die vorformulierte Unterlassungserklärung unterschreiben!

Den Abmahnschreiben des Gegners sind vorformulierte Unterlassungserklärungen beigefügt.

Es ist dringend davon abzuraten, diese vorformulierten Unterlassungserklärungen zu unterzeichnen, da diese zugunsten des jeweils abmahnenden Rechteinhabers, formuliert sind.

Die Erklärung ist dementsprechend vollständig neu umzuformulieren, um sich nur dahingehend zu „unterwerfen", was auch wirklich notwendig ist. Und nicht darüber hinaus.

Durch entsprechende Formulierungen lassen sich die rechtlichen Folgen einer Unterlassungserklärung erheblich zu Ihren Gunsten abmildern.

Beachten Sie auch, dass die im Internet befindlichen Mustererklärungen hierzu in keinster Weise geeignet sind.

  • Nicht ungeprüft den geforderten Vergleichsbetrag bezahlen!

Der angebotene Vergleichsbetrag darf unter keinen Umständen ungeprüft bezahlt werden.

In vielen Fällen sind die Beträge sowohl der Höhe als auch dem Grunde nach nicht gerechtfertigt.

Jeder Fall sollte individuell geprüft werden, da die Rechtslage oftmals nicht so deutlich auf Seiten des Rechteinhabers ist, wie in der Abmahnung behauptet wird. Es lohnt daher, sich gegen eine solche Abmahnung zur Wehr zu setzen.

Beispielsweise hat kürzlich das Amtsgericht Köln darauf hingewiesen, dass man nicht mehr ohne weiteres von der Richtigkeit der Ermittlung der durch den Rechteinhaber vorgelegten IP-Adressen ausgehen kann. Zwar reiche eine bloße Glaubhaftmachung im Auskunftsverfahren aus, jedoch müsse die tatsächliche Richtigkeit der Ermittlung z.B. durch Sachverständigengutachten oder Mehrfachermittlung im Hauptverfahren nachgewiesen werden (AG Köln, Az. 125 C 410/14).

Auch wies das Amtsgericht München mit Urteil vom 31.10.2014 die Klage eines Rechteinhabers, welche durch die og. Kanzlei Waldorf Frommer vertreten wurde ab, da die Beklagte sich (als Anschlussinhaberin) mit dem Vortrag  zu einem der behaupteten Tatzeitpunkte nicht zuhause gewesen sei und der Anschluss außerdem auch noch von weiteren Familienmitgliedern genutzt wird, welche zu den Zeiten auch zuhause waren, entlasten konnte.

Das Gericht wies darauf hin, dass die Beklagte hiermit den Anforderungen der sekundären Darlegungslast gerecht wird (Az.: 264 C 23409/13)

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Urteil keine Einzelfallentscheidung bleibt.

Ob also überhaupt bzw. in welchen Umfang ein etwaiger Anspruch des Rechteinhabers besteht, sollte daher stets individuell geprüft werden.

Hierzu  übermitteln Sie das vollständige Abmahnschreiben zusammen mit Ihrer Telefonnummer

per E-Mail an [email protected] oder

per Fax an 030-88498451.

Das erste Beratungsgespräch ist kostenlos. Hier wird eruiert, wie das für sie bestmögliche Ergebnis erzielt werden kann.

Rechtsanwalt Sascha Tawil

Telefon: 030-30881292

Mehr Informationen zu Abmahnungen im Internet unter www.abmahnungsberater.de