Die Debcon GmbH fordert in Anspruchsschreiben eine Zahlung in Höhe von 1.000 EUR. Was kann man tun? Die Anwältin rät:

Die Debcon GmbH fordert in Anspruchsschreiben eine Zahlung in Höhe von 1.000 EUR.  Was kann man tun? Die Anwältin rät:
26.02.2014519 Mal gelesen
Die Debcon GmbH fordert in Anspruchsschreiben eine Zahlung in Höhe von 1.000 EUR. Die Forderung soll aus einer davor von den Rechtsanwälten Negele Zimmel Greuter Beller ausgesprochenen Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung resultieren. Es folgt eine Schufa-Androhung.

Die Debcon GmbH fordert in Anspruchsschreiben eine Zahlung in Höhe von 1.000 EUR. Die Forderung soll aus einer davor von den Rechtsanwälten Negele Zimmel Greuter Beller ausgesprochenen Abmahnung wegen Urheberrechts-verletzung resultieren. Es folgt eine Schufa-Androhung. (Auszug)

“Schon heute weisen wir aufgrund  unserer bestehenden Partnerschaft und in Erfüllung unserer Pflicht darauf hin, dass wir Daten von fälligen und unbestrittenen Forderungen an die Schufa Holding AG ... übermitteln, soweit die Forderung nicht ausgeglichen wird …“

auch eine gleichfalls beigefügte Zahlungsvereinbarung, für den Fall einer ratenweisen Zahlung mit Ratenvorschlag. Wir raten Betroffenen, die Ansprüche nicht ohne vorherige Prüfung der Rechtmäßigkeit zu bezahlen oder mit der beigefügten Erklärung anzuerkennen.

 

Was können Sie als Adressat des Schreibens tun? Wann müssen sie die die Forderung bezahlen?

Wichtig ist zunächst, dass die geforderte Summe in Höhe von 1.000 EUR nicht nur - auf deren Rechtmäßigkeit

sondern auch

- deren Höhe geprüft werden sollte.

In Filesharing Sachen besteht zwar zunächst die Anscheinsvermutung, der An-schlussinhaber ist als Täter der Rechtsverletzung verantwortlich und müsste danach die Ansprüche auch sämtlich erfüllen.

Diese Vermutung kann durch eigene Angaben zum Vorwurf und besonders des Einzelfalles widerlegt werden. So ist insbesondere beachtlich

- die Art und Weise der WLAN-Sicherung,

- die Möglichkeit der Nutzung des Internetanschlusses durch Familienangehörige

- oder andere Mitbewohner.

Dazu gibt es verschiedene Rechtsprechung:

Weiter kann auch die Höhe der Ansprüche erfolgreich angegriffen werden.

Durch den neu geschaffenen § 97 a Abs. 3 UrhG besteht bei Streitwerten eine Deckelung von nur noch 1.000 EUR bei privatem Umfang. Verschiedene Gerichte wenden die neue Gesetzeslage auch für Altfälle an und berichtigen die Rechtsanwaltskosten dann auf 124,00 EUR.

Lediglich bei einer Täterhaftung kämen noch Schadenersatzansprüche hinzu. Das Amtsgericht Hamburg hat zuletzt einen Schadensersatz in Höhe von 100,00 EUR für einen Pornofilm als angemessen erachtete.

Sollten Sie Fragen zum Schreiben der Debcon GmbH und den geforderten Zahlungen in Höhe von 1.000 EUR haben, so können gern einen Rechtsanwalt kontaktieren. Viele Rechtsanwälte vertrete Mandanten bundesweit.

Ziel der Vertretung ist eine schnelle und vor allem wirksame Abwehr vor zu hohen oder gar unberechtigten Forderungen.